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Wer ist Anja Maria-Antonia Karliczek? Anja wer? Nun ja, Angela Merkel weiß offenbar, wer diese Frau ist und welche Kompetenzen sie auszeichnen, sonst hätte sie die westfälische Bundestagsabgeordnete (Direktmandat) nicht für das Amt der Bundesbildungsministerin vorgeschlagen. In der Welt der Bildungsexperten ist man überrascht, schließlich kommt die 46-jährige nicht aus dem Metier. Die CDU-Politikerin ist Bank- und Hotelfachfrau, besitzt allerdings einen Abschluss als Betriebswirtin der Fernuniversität Hagen. Dafür ist sie gut katholisch und heimatverbunden (Wikipedia weiß zu berichten, dass die aus einer Brochterbecker Hoteliersfamilie stammende gebürtige Kerssen immer noch mit Mann und Kindern in dem kleinen Ort am Rande des Teuteburger Waldes lebt). Karliczek belebt also das konservative Profil der CDU.

Bildungspolitisch ist die derzeitige Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion noch nicht in Erscheinung getreten. Seit 2013 sitzt sie im Bundestag und vertritt dort ihre Partei im Finanzausschuss. Was sie über Forschungsförderung, Wissenschaftspolitik oder über das Bafög denkt, muss zunächst unklar bleiben.

Angesichts der Versprechungen, die der Koalitionsvertrag im Bereich der Bildung macht, hätte man eigentlich eine Politikerin oder einen Politiker für das Amt erwartet, die oder der aus der ersten Reihe kommt. Die Herausforderungen sind groß: Milliarden sollen in die Digitalisierung der Schulen gesteckt werden, man will einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz an Grundschulen einführen und auch die Zahl der Bafög-Empfänger soll erhöht werden.

Aber vielleicht ist die inhaltliche Ferne von Anja Maria-Antonia Karliczek zur Bildungspolitik ja auch ein Vorteil. Eine Ministerin muss ja keine Visionen von einer besseren Bildungspolitik haben, es reicht, wenn sie die Kompetenzen, die es in jedem Ressort gibt, entsprechend koordiniert und die richtigen Entscheidungen umsetzt.

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