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Ein Besucherzentrum fürs Weltkulturerbe

Entwurf des Architekturbüros Steimle soll neben alter Gewerkschaftsschule in Bernau realisiert werden

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.

1927 lobte der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) einen Wettbewerb für den Neubau seiner Bundesschule in Bernau-Waldfrieden aus. Den ersten Preis gewann damals Hannes Meyer, der 1928 Bauhausdirektor wurde. Im Sommer 2017 wurde das Gebäudeensemble von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. Schon vorher nahm das Besucherinteresse an dem Bauhausdenkmal stetig zu. Den Zustrom künftig weiter vor allem durch einen Verein und ehrenamtliche Arbeit zu bewältigen, das geht nicht an. Darum soll 2019 mit dem Bau eines Besucherinformationszentrums begonnen werden. Eine Million Euro Fördermittel stehen zur Verfügung, informierte Bürgermeister André Stahl (LINKE) am Mittwoch. Mit dieser Summe müsse und wolle man auskommen. Um einen geeigneten Entwurf zu erhalten, hatte die Stadt - so wie einst der Gewerkschaftsbund - einen Architekturwettbewerb ausgelobt.

47 Bewerbungen gingen ein. 14 von der Stadt ausgewählte Büros reichten ihre Entwürfe ein. Am Montagabend gegen 21 Uhr fällte die Jury ihre Entscheidung. Den ersten Preis gewann das Stuttgarter Büro Steimle Architekten. »Wir fühlen uns geehrt, auf so geschichtsträchtigem Boden wirken zu dürfen«, strahlte Thomas Steimle. »Wir haben uns bemüht, den Spirit dieses Ortes einzufangen.« Er und seine Kollegen hatten 25 Ansätze durchgespielt und sich dann entschieden, eine »reduzierte« Idee vorzulegen, die sich gegenüber dem historischen Gebäudeensemble zurücknimmt. Eine Frage hat sich die Jury allerdings gestellt: Ist das Dach zu dick, zu schwer?

Die Wettbewerbsaufgabe sei nicht leicht gewesen, machte Preisrichter Philipp Jamme deutlich. Schließlich steht nur ein schmales Grundstück zur Verfügung, und das Besucherzentrum sollte bei aller Zurückhaltung gegenüber dem Weltkulturerbe neben diesem dennoch bestehen können. Etwas anderes als ein schmales Haus ist auf dem Grundstück sowieso nicht möglich. Doch das Siegerbüro Steimle entwickelte das schmalste Haus, das erstaunlicherweise noch einen anständigen Abstand zum benachbarten Autoparkplatz lässt, wie Preisrichter Jamme lobend hervorhob. Das Preisgeld von insgesamt 10 000 Euro für den ersten und den zweiten Preis sowie zwei Anerkennungen war vergleichsweise gering. Die Wettbewerbsteilnehmer reizte die Chance, ein Besucherzentrum für ein Stück Weltkulturerbe zu errichten.

»Wir sind begeistert von den vielen guten Entwürfen und gehen davon aus, dass wir mit dem Siegerentwurf dem Denkmal gerecht werden«, erklärte Bürgermeister Stahl. Sein Stadtplanungsamt soll und will sich nun umgehend mit dem Büro Steimle in Verbindung setzen, um an die Realisierung des Entwurfs zu gehen. Im kommenden Jahr solle auf jeden Fall mit dem Bau begonnen werden und man wolle damit auch ein gutes Stück vorankommen, sagte Stahl. Um jeden Preis fertig werden müsse man 2019 aber noch nicht, denn die Qualität solle keinesfalls leiden. Vielleicht klappe es dann aber schon mit dem Richtfest.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten vom 3. bis zum 17. März in der Galerie Bernau, Bürgermeisterstraße 4, Di. bis Fr. 10 bis 18 Uhr und Sa. 10 bis 16 Uhr

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