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Gleicher Lohn, ungleicher Lohn

Kurt Stenger über die Einigung bei der Entsenderichtlinie

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Entsenderichtlinie ist seit Jahren das Paradebeispiel für Kritiker, die die EU als Projekt der Deregulierung und Liberalisierung zugunsten des Kapitals abtun. Tatsächlich ist die Richtlinie das größte Einfallstor für Lohndumping im Westen, das skrupellose Firmen nutzen, um osteuropäische Arbeiter auszubeuten. Als vor einigen Jahren die Debatte um eine Reform begann, schien es zunächst, dass dieser Kurs noch verschärft werde. Nun aber scheint ein Kompromiss gefunden nach dem Prinzip: »gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort«.

Die Einigung zeigt, dass in Europa mittlerweile ein etwas sozialerer Wind weht. Insbesondere die EU-Kommission und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich in der Frage mächtig ins Zeug gelegt. Selbst von links kommt Lob, dass die Richtlinie ein Werkzeug zum Schutz entsandter Arbeiter werden könnte.

Diesen Erfolg kann man nicht hoch genug einschätzen, denn nach Schätzungen verdienen entsandte Arbeiter im Schnitt 35 Prozent weniger als einheimische Kollegen. Allerdings zeigt diese gewaltige Kluft auch, wie unterschiedlich die Löhne in Europa nach wie vor sind. Auch wenn es am gleichen Ort künftig keine Zweiklassengesellschaft mehr geben soll - in Bulgarien verdienen Gleichqualifizierte bei gleicher Arbeit einen Bruchteil des Gehalts ihrer Kollegen in Dänemark. Daran ändert die Reform der Endsenderichtlinie nichts. Ohne die Herstellung gleicher Lebensverhältnisse bleibt die europäische Einigung aber unvollendet.

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