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  • Sport
  • Diskriminierung im Fußballstadion

Sankt Pauli stellt klare Regeln gegen Sexismus auf

Hamburger Fußballverein legt Broschüre gegen diskriminierende Werbung vor / Präsident Göttlich: »noch konsequenter für eine bunte, tolerante Welt einstehen«

  • Von Ulrike Kumpe
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Nix für Pussies« – ein Werbebanner mit diesem Titel sorgte für Protest beim FC Sankt Pauli. Der Fußballverein reagierte und hat nun die Broschüre »Sexismus hat auch im Stadion nichts zu suchen« veröffentlicht. Damit ist der Zweitligist nicht zum ersten Mal Vorreiter, wenn es um mehr Toleranz im Fußball geht.

Mit der Entwicklung der Broschüre betraute Sankt Pauli »PinkStinks«, einen ebenfalls in Hamburg ansässigen Verein. Er sind bekannt durch sein Monitoringprojekt »Werbemelder*in«, eine App bei der sexistische Werbung gemeldet werden kann, und durch die Vergabe des Preises für progressive Werbung mit dem Titel »Pinker Pudel«.

Die Broschüre ist das Ergebnis einer Diskussion von Verein, Fanladen St. Pauli und dem Aktionsbündnis gegen Rassismus und Homophobie, erläutert Christoph Pieper, Leiter für Medien im Verein, gegenüber »nd«. Die Vorgaben für Werbepartner und Sponsoren liegen nun in Form von drei Richtlinien vor: »Keine Werbung, die Menschen als sexuelle Gebrauchsgegenstände darstellt. Keine Werbung, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts bestimmte Rollen zuordnet. Keine Werbung, die ein generelles geschlechtsbezogenes Über/Unterordnungsverhältnis darstellt.« Darüber hinaus beinhaltet sie auch eine allgemeine Stellungnahme des Vereins: »Bei uns sind alle willkommen, die Lust auf Fußball haben, aber bitte fair sind und ohne andere zu diskriminieren. Deshalb haben sexistische Auswüchse bei uns keinen Platz.«

Werbung mit »Männer haben auch Gefühle: Durst.« oder pinke Jutebeutel, auf denen »Einkaufen ist Frauensache« steht, sollen damit im Stadion am Millerntor der Vergangenheit angehören. Dies sind nur zwei Abbildungen, die in der zweiseitigen Broschüre verständlich illustrieren, was für den Verein unter sexistische Werbung fällt. Außerdem stellte die Bier-Marke Astra einige ihrer Abbildungen zur Verfügung.

Es geht Sankt Pauli aber nicht nur um die eigenen Partner und deren Werbung. Sie sehen es darüber hinaus als »Selbstverpflichtung, als Sportverein in Zukunft noch klarer und konsequenter für eine bunte, tolerante Welt einzustehen«, erklärt Präsident Oke Göttlich anlässlich der Veröffentlichung der Broschüre. Auch Vereinssprecher Pieper weißt darauf hin, dass es um einen erneuten Anstoß zur Diskussion über jegliche Diskriminierung von Stadionbesuchern geht.

Pieper betont allerdings, dass der Verein zwar Regeln für das Stadion aufstellen könne, aber keinen Einfluss auf die generelle Werbekommunikation der Partner hätte. Er sieht die Broschüre als »ersten Schritt«. Dagegen erhofft sich PinkStinks eine breitere Wirkung über Hamburg hinaus. So bezeichnet Stevie Schmiedel, Vorstand von PinkStinks, die gemeinsame Entwicklung der Broschüre als »riesigen Schritt zu ganz großen Veränderungen«.

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