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Neue Hoffnung bei Palme-Ermittlungen

  • Von Bengt Arvidsson, Stockholm
  • Lesedauer: 3 Min.

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Wird der Mord an Olof Palme doch noch gelöst? Am vergangenen Mittwoch war es genau 32 Jahre her, als Schwedens Ministerpräsident nach einem Kinobesuch mit seiner Frau im Stockholmer Zentrum mit einer Schusswaffe ermordet wurde. Noch immer ist unklar, wer den bis heute letzten betont linksgerichteten sozialdemokratischen Regierungschef Schwedens 1986 ermordete und warum. Nach Palmes Tod rückte Schwedens damals allmächtige Arbeiterpartei nach rechts.

Seit Jahrzehnten ermittelt die noch immer existierende Palme-Mordkommission. Lange ergebnislos. Am Dienstagabend gab der seit Februar 2017 amtierende neue Palme-Ermittlungschef, Staatsanwalt Krister Petersson, erstmals wieder Grund zur Hoffnung. »Ich bin davon überzeugt, dass wir diesen Fall lösen«, sagte Petersson überraschend konkret im öffentlich-rechtlichen Fernsehen SVT. Mit Blick auf den gegenwärtigen Ermittlungsstand habe seine Ermittlungsgruppe »gute Möglichkeiten, das Verbrechen zu lösen«. Es gebe »interessante Spuren« und »Grund für Optimismus«, sagte er, ohne auf Einzelheiten eingehen zu wollen. Solch optimistische Aussagen gab es schon lange nicht mehr von den Palme-Ermittlern.

Erstmals weist Petersson auch die gängigste und politisch harmloseste Theorie offen zurück. Demnach soll der 2004 verstorbene drogenabhängige kriminelle Christer Pettersson als verwirrter Einzeltäter den Schuss abgegeben haben. Er wurde 1989 schuldig gesprochen, von einem Berufungsgericht dann aber einstimmig freigesprochen. Doch noch immer glauben viele Experten an seine Schuld, weil Palmes Witwe ihn als den Schützen identifizierte. Der Chefermittler aber sagte nun, er glaube nicht an Petterssons Schuld. Sein Team setze »auf andere Spuren«.

Der TV-Sender SVT hat zeitgleich enthüllt, dass der damalige Ermittler und Ex-Drogenfahnder Ture Nässén offenbar Zeugen aus der Unterwelt grob manipulierte. So hatte er den Mordverdacht gegen Petterson damit gestützt, dass zahlreiche Zeugen ihn in der Mordnacht in der Nähe vom Tatort gesehen haben sollen. Doch das waren vor allem Drogenabhängige, denen der Polizist die hohe Belohnungssumme für Tipps zum Aufgreifen versprochen hatte, und die für Geld aussagten, so SVT. Informationen, die von Pettersson wegführten, seien systematisch unter den Teppich gekehrt worden, behauptet SVT. Auch Palmes Witwe soll vor der Identifizierung Pettersson beeinflusst worden sein.

Der überaus renommierte Kriminologe und Dauergast der SVT-Sendung »Veckans Brott« (Verbrechen der Woche), Leif Persson, hält es für richtig, dass die Theorie vom verrückten Einzeltäter nun endlich offiziell abgeschrieben wird. Er habe zwei Mordtheorien, sagte er am Dienstagabend. Eine der beiden würde, sollte sie sich als wahr herausstellen, »schreckliche Konsequenzen« für Schweden haben. Details nannte er aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht. Er deutete lediglich an: »Erstens glaube ich, es war mehr als nur eine Person in den Mord verwickelt. Zweitens werden politische Personen für gewöhnlich aus politischen Gründen ermordet. Drittens glaube ich, dass die Mörder genaue Informationen über Palmes örtliche Bewegungen am Mordabend hatten«, sagte er.

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