Werbung

Neuerliches Trinkgelage in Polizeischule

Ausbildungsstätte in Eutin bleibt in den Schlagzeilen

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Sexistische Verfehlungen, Rassismusvorwürfe, Mobbing und Alkoholexzesse begleiten die Polizeischule auf der Hubertushöhe in Eutin seit einigen Jahren. Auch ein Wechsel in der Leitungsebene des Ausbildungsortes in Schleswig-Holstein im Sommer 2016 hat dies offenbar nicht ändern können, wie ein jetzt durch den ehemaligen Landtagsabgeordneten Patrick Breyer von der Piratenpartei publik gemachter neuerlicher Vorfall zeigt. Involviert ist diesmal möglicherweise auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die sich in einer kurzen Pressemitteilung für eine schnellstmögliche Aufklärung ausspricht.

Demnach hat es wie bereits in vergangenen Jahren in der Kantine der Polizeischule am 28. Februar eine Begrüßungsfeier der GdP für die Polizeianwärter gegeben, »damit sich die Kolleginnen und Kollegen untereinander kennenlernen«, wie die GdP schreibt. Am Folgetag war bei Dienstantritt ein Auszubildender mit deutlichem Restalkohol angetroffen worden. Ferner wurde in einem Gebäude an einer Tafel ein Schriftzug mit beleidigendem und obszönem Inhalt entdeckt. In beiden Fällen laufen Ermittlungen. Die GdP spricht von einem »bedauerlichen Vorfall«, einem »Einzelfall«. Die Piraten hatten bereits im Vorjahr gefordert, dass solche Art von Feiern unter gewerkschaftlicher Obhut auf dem Gelände der Polizeischule nichts zu suchen hätten. Patrick Breyer nennt die »Feiern« ein »betreutes Betrinken« und denkt dabei speziell auch an die noch minderjährigen Polizeianwärter.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat sich von den Begrüßungsfeiern der konkurrierenden Gewerkschaft distanziert: »Sollte sich herausstellen, dass zwischen dem Fehlverhalten von Auszubildenden und der Feier ein kausaler Zusammenhang besteht, wird auch die Frage der Verantwortung der Behördenleitung zu stellen sein.« Piraten-Innenexperte Breyer betont, für die chronischen Alkoholprobleme in der Polizeiausbildung sei die Ignoranz von Polizeiführung und Innenministerium hauptverantwortlich.

Bereits 2016 räumte das Innenministerium ein, dass es in den vergangenen Jahren sieben Fälle gab, bei denen Polizeianwärter ihren Dienst unter dem Einfluss von Restalkohol antraten. Im Vorjahr hatte ein stark angetrunkener Polizeibeamter nachts die Zimmer von Polizeianwärtern aufgesucht und diese bedrängt und belästigt.

Das Image der Polizeischule bleibt somit in mehrfacher Hinsicht angekratzt. Erst im September zeigten mehrere Männer bei der Vereidigung von Dienstanwärtern den Hitlergruß. In einem für den Transport der Polizeianwärter zu Sportanlagen genutzten Bus wurden Hakenkreuze auf zwei Klapptischen gefunden.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Verschenken Sie das »nd«

Klare Worte, Kritische Debatten und mutiger Journalismus von Links: Das »nd« wird Sie bewegen.

Jetzt verschenken oder sich selbst beschenken