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  • Wohnungsbau in Berlin

Aufregung um Blankenburger Süden hält an

Bezirksamt und Bürger zeigen sich nach Info-Veranstaltung überrascht über Anstieg des Wohnungsbaupotenzials

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 3 Min.

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Für den Bezirksbürgermeister Sören Benn (LINKE) ist die Verunsicherung der Bürger aus den Ortsteilen Blankenburg und Heinersdorf nachvollziehbar. »Wir wissen zu schätzen, dass der Senat hier nicht im Geheimen plant, sondern die entwickelten Varianten frühzeitig offenlegt«, sagt Benn. Die Ende vergangener Woche den Bürgern bei einer Informationsveranstaltung in Buch vorgestellten Fachplanungen für das geplante neue Stadtquartier und deren Alternativen mit bis zu 10.000 Wohnungen in den nächsten 20 Jahren hätten die Menschen aber vielfach überrascht – das Bezirksamt Pankow eingeschlossen.

Bislang war in der Diskussion über die Errichtung eines neuen Stadtquartiers mit dem Namen Blankenburger Süden immer von 5000 bis 6000 Wohnungen die Rede gewesen. Dabei ging es allerdings offenbar nur um die landeseigene Kerngebietsfläche von 70 Hektar, die vor allem die derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche am Blankenburger Pflasterweg umfasst. In der Nähe gibt es allerdings weitere Potenzialflächen, die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von Senatorin Katrin Lompscher (LINKE) sowie die Verwaltung von Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) ebenfalls untersucht haben. Insgesamt betreffen die vorbereitenden Untersuchungen ein Gebiet von rund 420 Hektar. Aus der Einbeziehung dieser zusätzlichen Flächen mit ihrem Potenzial für rund 5000 weitere Wohnungen ergibt sich die Steigerung der Anzahl der Wohnungen, die dort gebaut werden könnten - und die bei der Informationsversammlung, aber auch danach, für so großen Unmut sorgt.

»Das Volumen der Wohnungsbaupotenziale insgesamt wie im Besonderen jene auf der Anlage Blankenburg betrachten wir mit Skepsis«, sagt Benn. Letztlich müsse aber der Senat und das Abgeordnetenhaus entscheiden, welches Potenzial dort realisiert werden soll. Der Bezirk Pankow werde sich in diese Debatte einbringen, so Benn. Um die Bürger künftig noch besser zu informieren, schlägt das Bezirksamt Pankow vor, dass vom Senat ein »Vorort-Büro« für die Beteiligungsprozesse eingerichtet wird. »Wir gehen davon aus, dass die entstandenen Fragen und Verunsicherungen unverzüglich sowohl mit der Anlage Blankenburg als auch mit den Akteuren aus den Ortsteilen Blankenburg und Heinersdorf nachgearbeitet werden«, sagt Benn. Der Bezirksbürgermeister betonte darüber hinaus, dass die Karten für die Planungen nun auf dem Tisch liegen, aber nichts entschieden sei: »Die Bürgerbeteiligung ist nicht gescheitert, sie steht am Anfang«, sagt er.

Bausenatorin Katrin Lompscher erklärte am Dienstag, dass es offenbar ein Kommunikationsproblem bei der Vermittlung der möglichen Neubaupotenziale gegeben habe. »Warum das kommunikativ nicht rübergekommen ist, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar und das muss auch aufgearbeitet werden«, sagte Lompscher dem »Inforadio« des RBB.

Zuvor hatte die Bausenatorin bereits eingeräumt, dass im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen nicht klar genug kommuniziert worden sei, dass das komplette Areal mit seinem gesamten Wohnungsbaupotenzial und Infrastrukturbedarf in den Blick genommen worden sei. »Wir werden den begonnenen Dialog mit der Bürgerschaft intensiv weiterführen und die vorgestellten Alternativen diskutieren«, sagte Lompscher. Die Bausenatorin verwies aber auch darauf, dass Berlin dringend leistbaren Wohnraum benötige. Wie viele bezahlbare Wohnungen im Blankenburger Süden gebaut werden können, sollen die weiteren Untersuchungen und der Diskurs mit den Bürgern zeigen. Für den 5. Mai ist die nächste Bürgerwerkstatt geplant, bei der die drei Entwicklungsalternativen des Gebietes im Detail besprochen werden sollen.

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