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Die »Minus-Millionärin«

Regina Ziegler erhält Laemmle-Preis

  • Von Thomas Burmeister
  • Lesedauer: 2 Min.

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Für lange Partynächte hat Regina Ziegler nach eigenem Bekunden ein bewährtes Durchhalterezept: Tomatensaft mit Pfeffer, Zitrone und Eiswürfeln. Allerdings wird die Grande Dame der deutschen Filmproduktion am 16. März vielleicht ja eine Ausnahme machen und sich mindestens ein Gläschen Champagner gönnen. Verdientermaßen: An diesem Tag wird die 74-Jährige von der Allianz Deutscher Film- und Fernsehproduzenten für ihr bisheriges Lebenswerk geehrt. Es umfasst rund 500 Filme.

Die jüngste ihrer oft Aufsehen erregenden Produktionen ist der ARD-Zweiteiler »Gladbeck« über das Geiseldrama, das vor 30 Jahren die Bundesrepublik erschütterte. Zur langen Liste ihrer Kinoerfolge gehören Filme wie »Return to Montauk« von Regisseur Volker Schlöndorff, »Solo für Klarinette« (Nico Hofmann), »Chapeau Claque« (Ulrich Schamoni) oder »Korczak« (Andrzej Wajda).

Als Ziegler, die seit 2011 zusammen mit ihrer Tochter Tanja das Berliner Programmkino Filmkunst 66 führt, im Januar von der Ehrung erfuhr, war sie gerade in New York. Dort war Laemmle 1884 mit einem Auswandererdampfer aus Bremerhaven angekommen. Über mindestens eine der herausragenden Eigenschaften Laemmles verfügt auch Ziegler: Mut zum Risiko. Die 40 000 Euro, mit denen der Preis in Form eines Lämmchens dotiert ist, sind natürlich eine Stange Geld. Aber zugleich fast nichts im Vergleich zu dem, was die am 8. März 1944 in der Harz-Stadt Quedlinburg als Tochter einer Journalistin und eines Brunnenbauers geborene Produzentin oft für die Verwirklichung von Filmprojekten riskierte. In den Anfangsjahren nannte sie sich selbstironisch »die Minus-Millionärin«. Nach einem abgebrochenen Jurastudium, einer Ausbildung zur Wirtschaftsdolmetscherin für Englisch und einigen Jahren als Produktionsassistentin beim Sender Freies Berlin (SFB) wagte Ziegler 1973 den Sprung in die Selbstständigkeit.

Mit geliehenem Geld produzierte sie als 29-Jährige ihren ersten Film: »Ich dachte, ich wäre tot« in der Regie von Wolf Gremm (1942 - 2015). Ihr späterer Ehemann zählte zu den wichtigsten deutschen Autorenfilmern. Dass Ziegler auch international zu den Großen ihrer Branche gehört, wurde spätestens 2006 demonstriert: Das Museum oft Modern Art (MoMA) in New York würdigte ihr Schaffen mit einer Retrospektive. Unter den deutschen Filmemachern war diese Ehre außerdem nur Rainer Werner Fassbinder (posthum) zuteil geworden. dpa/nd

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