• Politik
  • Textilindustrie in Bangladesch

Der beißende Duft der Gerberei

Das bitterarme Bangladesch ist global als Standort für dreckige Industrie gefragt, die Kosten tragen die Bewohner

  • Von Gilbert Kolonko, Dhaka
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Der zerbeulte Bus schleicht auf der staubigen Sadarghat-Gabtoli Road am stinkenden, schwarzen Buriganga-Fluss in Dhaka entlang. Immer wieder bricht der Verkehr völlig zusammen, weil sich überladene Rikschas und Lastenträger ineinander verhakt haben. Kurz ist Geschrei zu hören, dann besinnt man sich darauf, das »Knäuel« zu lösen, denn jeder wird pro Fuhre nur mit ein paar Cent entlohnt. Auf der Uferseite brennen Mühlhaufen, daneben sitzen Plastik- und Mühlsammler. Auf der anderen Straßenseite reihen sich Wellblechhütten aneinander. Im Innern stellen Arbeiter mit verschiedenen Chemikalien billige Plastikwaren her - ohne Handschuhe und Schutzbrille. Plötzlich mischt sich ein beißender Geruch in den Gestank - das Zeichen, dass der Bus Hazaribagh passiert.

Im Jahr 2013 wählte das Blacksmith-Institut den Bezirk zu einem der fünf verseuchtesten Orte der Erde. Etwa 200 Ledergerbereien die hier angesiedelt sind, leiten jeden Tag 20 000 Kub...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.