Der Herr des Himmels über Leipzig

Galsan Tschinag: Auf seiner »Gedankenstute« reitet er über »Hunderte Zeithügel, Dutzende Zeitberge«

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Diese Stadt »besteht aus hünenhaften Häusern, die gleich jenen gruselig geheimnisvollen Felsen aus unseren Heldenepen Wand an Wand neben- und gegeneinanderstehen und verwegen emporklettern und mit den Spitzen und Kanten ihrer Dächer den Himmel bedenkenlos zerstechen und zerschneiden, während weit unten im schummrigen Schatten klammschmale, sturztiefe Schluchten sich kreuz und quer auftun und nach Luft und Licht zu keuchen und zu japsen scheinen. Und der Himmel darüber wirkt merkwürdig niedrig und gefleckt und gedämpft … Ja, das geistreiche machtvolle Volk, im Unterschied zu unserem befreit aus jeglicher Fessel des dummen Aberglaubens und der dumpfen Genügsamkeit, hat es vermocht, sogar den Himmel und die Erde in seine Untertanen zu verwandeln ...«

Galsan Tschinag: Kennst du das Land. Leipziger Lehrjahre.
Unionsverlag, 310 S., geb., 24 €.

...



Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.