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  • Berlin
  • Technische Leitstelle der Berliner Flughäfen

Das Nervenzentrum des BER

Seit Anfang März läuft sich die neue Technische Leitstelle der Berliner Flughäfen warm

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

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Vom «Nervenzentrum der Berliner Flughäfen», ja sogar vom «Herz des künftigen Hauptstadtflughafens» sprach Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Mittwoch bei einem Besuch der neuen Technischen Leitstelle am BER. Er nutzte die Visite, um die für das Funktionieren des Flughafenbetriebs lebenswichtige Einrichtung offiziell zu eröffnen. Denn den 24-Stunden-Regelbetrieb hat die Zentrale bereits am 1. März mit Erfolg aufgenommen. Als Motivationsschub, Dank und Anerkennung für die insgesamt 20 Mitarbeiter übergab Lütke Daldrup der Frühschicht einen Präsentkorb, reichlich bestückt mit Obst. Auch die Leitstelle kämpft derzeit mit grippebedingten Ausfällen.

Die Leitzentrale für eine so große Infrastruktur wie die Berliner Flughäfen, die 2017 rund 33 Millionen Passagiere abgefertigt haben, hat Platz in einem Großraum mit einer Fläche von 150 Quadratmetern. Dort werden derzeit zentral alle technischen Prozesse - Strom, Wärme, Belüftung, Beleuchtung, Wasserversorgung und IT-Technik - gesteuert, die für den Betrieb der Infrastruktur der beiden Bestandsflughäfen Schönefeld und Tegel und - schrittweise erweitert - auch des künftigen BER notwendig sind. Bislang gab es dafür getrennte Einrichtungen in Tegel und Schönefeld.

«Die Umstellung der Systeme mit Bündelung an einer Stelle ist ein wichtiger Schritt zur Eröffnung des BER im Oktober 2020», erläuterte Lütke Daldrup. Die Leitstelle steuere nicht nur alle Abläufe der betriebswichtigen Anlagen und IT-Einrichtungen der Flughafeninfrastruktur. «Störungen an technischen Anlagen können in der neuen Leitstelle schneller erkannt und damit besser behoben werden.»

Die Technische Leitstelle hat ihren Sitz in der Feuerwache West, neben dem Gebäude des Winterdienstes, in unmittelbarer Nähe zur südlichen Start- und Landebahn des BER. Ausgestattet ist die Warte mit drei Videowänden, auf deren Monitoren mit einer Gesamtfläche von 20 Quadratmetern die Visualisierung aller technischen Abläufe der Flughäfen zusammengefasst und dargestellt wird. An den Bildschirmplätzen arbeiten jetzt Techniker und IT-Experten eng zusammen.

In einer Mitteilung der Flughafengesellschaft heißt es, der Bereich «Informations- und Kommunikationstechnik» unterstütze als Betreiber der zentralen IT-Infrastruktur den Flughafenbetrieb und die Passagierprozesse über die flughafeneigenen Informations- und Techniksysteme. Zu den Nutzern gehörten alle an den Prozessen beteiligten Partner, wie Airli᠆nes, Behörden, Bodenverkehrsdienstleister, Sicherheitsfirmen und weitere Nutzer der Flughafeneinrichtungen wie Retail und Gastronomie sowie Telekommunikationsunternehmen.

«Von hier aus kann so ziemlich jedes System überwacht und gesteuert werden», sagte der Leiter des Gebäudemanagements, Ralph Struck. Von den rund 2000 Mitarbeitern, die die Flughafengesellschaft derzeit beschäftige, arbeiteten 480 im Bereich Technik/Facility Management und 150 im IT-Bereich. All diese Menschen hielten die Flughäfen am Laufen, organisierten die Wartung, nähmen Störungen auf und sorgten für deren Beseitigung. Zu managen sei eine Infrastruktur, die etwa beim Regenwassermanagement der einer mittleren Kleinstadt entspricht«, sagte Struck. Schon bei durchschnittlichen Niederschlägen gingen auf den ausgedehnten Flächen und etlichen Gebäuden gewaltige Wassermassen nieder, die über zahlreiche Bodenfilter gereinigt und zur eigenen 2,5 Kilometer langen Sickerungsgrube gepumpt würden. Die Abwasserqualität werde ständig geprüft, bei Verunreinigungen schalte man das Wasserwerk im nahen Waßmannsdorf ein, bei Unwetterkatastrophen wie im Juni 2017 könne man auch in den Selchower Flutgraben einleiten.

Die Leitstelle ist für Terminals und sonstige Gebäude zuständig, erläuterte Lütke Daldrup. Der Flugverkehr werde vom Tower überwacht. Als dritte Steuereinheit für die Abfertigung der Flüge gebe es das Airport Control Center. Schließlich wird auch in der Feuerwache West ein Sicherheitszentrum eingerichtet, wo unter anderem die Aufnahmen von 2500 Videokameras auflaufen.

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