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Dringend nötige Hilfe

Stefan Otto über anspruchsvolle soziale Arbeit

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Pflegereform zeigt erste Wirkungen. Nachdem insbesondere Demenzkranke durch sie bessergestellt worden sind, stiegen damit einhergehend Ausgaben der Pflegekasse. Im vergangenen Jahr schloss sie mit einem Minus ab, was auf Dauer problematisch ist. Denn bei den Leistungen, die jetzt die Kasse belasten, handelt es sich keinesfalls um Zugaben, sondern um die elementare Versorgung von Bedürftigen. Es sind Hilfen, die schon lange notwendig gewesen wären, vielen aber verwehrt wurden.

Dies ist freilich nicht das einzige Dilemma in der Pflege. Darauf deutet der Personalmangel hin, der zulasten der Bedürftigen geht. Sie merken natürlich, wenn sie eher abgefertigt als gepflegt werden - von Betreuung kann häufig keine Rede sein.

Fraglos ist Pflegearbeit eine anspruchsvolle soziale Tätigkeit, die allerdings einen schlechten Ruf hat. Angesichts des Notstands kann fast jede und jeder - ganz gleich ob dazu geeignet oder nicht - binnen kurzer Zeit zur Hilfskraft ausgebildet werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nun eine bessere Bezahlung in Aussicht gestellt. Das wäre ein erster Schritt, damit müsste aber auch eine bessere Qualifizierung der Menschen einhergehen.

Es gibt Leute, die sagen: »Schau dir an, wie mit den Alten umgegangen wird, und ich sage dir, was für eine Gesellschaft das ist.« Nun, für Deutschland gilt: Bei der Unterstützung von Bedürftigen wird nach wie vor geknausert.

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