• Wissen
  • Glück und Kapitalismus

Beschissenheit der Dinge

Warum es glücklich machen kann, schlecht drauf zu sein.

  • Von Wolfgang M. Schmitt
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.
In jeder schlechten Buchhandlung füllen sie etliche Regalmeter: Die Anleitungen zum positiven Denken, die energischen Motivationsratgeber und die auf allzu viele Buchstaben auf einer Seite verzichtenden Glücksversprechungen. Die Cover lächeln die Kunden an, die Buchtitel fordern duzend dazu auf, Optimist zu sein - ob in der Familie, im Beruf oder an der Börse. Letztere erlebt oft starke Kursschwankungen wegen schlechter Laune, deshalb gilt es besonders auf dem Parkett, an sich, den Erfolg und den Kapitalismus zu glauben.

Ob Geld allein glücklich mache, bezweifelte Marcel Reich-Ranicki einst, aber angenehmer sei es schon, in einem Taxi anstatt in einer U-Bahn zu weinen. Den buchgewordenen Glückskeksbotschaften ist ein solcher Gedanke eher fremd, alles Negative soll ohnehin verdrängt werden, viel wichtiger ist für sie, dass man durch die Internalisierungen der Glücksideologie reich werden kann. Eine auf Wachstum ausgelegte Wirtschaft b...

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