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Jetzt wird es eng auf der A10 im Norden

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.

Was zunächst nach Beseitigung der Schäden aussah, die die Stürme »Xavier« und »Herwart« im Oktober 2017 in den Baumbeständen der A10 hinterlassen hatten, erweist sich inzwischen als planmäßige Baumfällung auf einem zehn Meter breiten Streifen beiderseits der gesamten Trasse, um Baufreiheit zu schaffen. Seit Monaten laufen auf dem nördlichen Berliner Ring zwischen den Dreiecken Pankow und Havelland die Vorbereitungsarbeiten für den sechsstreifigen Ausbau. In den vergangenen Wochen wurden dafür zeitweilig einige Anschlussstellen gesperrt.

Am Dienstag hat die Projektmanagementgesellschaft DEGES als Bauherr das Großvorhaben gestartet. Auf einer Pressekonferenz in Oranienburg (Oberhavel) wurde über die Details des zu erwartenden Baugeschehens informiert. Bei laufendem Verkehr sind auf insgesamt 64,2 Kilometern Arbeiten auf den Autobahnen A10 und A24 vorgesehen.

Nach Angaben der DEGES sollen die Arbeiten planmäßig innerhalb von vier Jahren abgeschlossen werden. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro wird in öffentlich-privater Partnerschaft realisiert. Es umfasst die Erweiterung der A10 auf einem Abschnitt von 29,6 Kilometern Länge auf sechs Fahrstreifen sowie die grundhafte Erneuerung der A24 auf einem 29,2 Kilometer langen Teilstück. Bis zum Jahr 2014 war schon ein 5,4 Kilometer langer Abschnitt - östlich der Anschlussstelle Kremmen (A24) bis westlich des Autobahndreiecks Havelland (A10) - sechsstreifig ausgebaut worden. Laut Vertrag wird gesamte Strecke für 30 Jahre durch die DEGES betrieben, erhalten und finanziert.

Der Berliner Ring und die A24 haben als Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes eine überregionale und grenzüberschreitende Verbindungsfunktion zwischen den aus nördlicher, östlicher, südlicher und westlicher Richtung auflaufenden Autobahnen A2, A9, A11, A12, und A13 und dem Norden Deutschlands sowie Europas. Zudem wird Berlin über die A111 an das Autobahndreieck Kreuz Oranienburg und über die A114 an das Autobahndreieck Pankow angeschlossen.

Als Kompensationsleistung für die Baumfällungen muss die DEGES unter anderem Maßnahmen zur Aufforstung, Gehölzpflanzung, Bodenentsiegelung und Gewässerrenaturierung auf 430 Hektar durchsetzen. 250 Waldameisennester sowie Zauneidechsen werden in neue Habitate umgesetzt, ein Fledermauswinterquartier optimiert, Nisthilfen für Vögel angebracht.

Am 26. März beginnen am Autobahnzubringer A114 die Arbeiten für den Ersatzneubau der Außenringbrücke zwischen der Anschlussstelle Schönerlinder Straße und dem Autobahndreieck Berlin-Pankow. Bis Ende 2020 soll dem Verkehr dort stadtein- und -auswärts jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung stehen.

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