Werbung
  • Berlin
  • Weitere Party neben dem "Myfest"

Ballermann im Görlitzer Park

Am 1. Mai wird es in Kreuzberg neben dem »Myfest« eine weitere offizielle Party geben

  • Von Marie Frank
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Empörung auf Facebook ist groß: »Das ist hier doch kein Ballermann«, schreibt ein User. »Wäre es nicht mal an der Zeit, die Partytouristen so zu lenken, dass sie nicht nur den Görli nicht ruinieren, sondern auch der Nachbarschaft eine Verschnaufpause gönnen?«, fragt ein Anwohner. Manch einer wünscht sich gar die 1.-Mai-Krawalle zurück.

Grund für die Aufregung ist die Ankündigung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg, am Tag der Arbeit zusätzlich zum »Myfest« in Kreuzberg eine weitere offizielle Party im Görlitzer Park mit dem Namen »MaiGörli« zu veranstalten. In den vergangenen Jahren sei es immer wieder zu unangemeldeten Raves gekommen, die zu massiver Vermüllung des Parks sowie zu Lärmbelästigung geführt hätten, sagt Bezirksamtssprecherin Sara Lühmann am Mittwoch dem »nd«. Dadurch seien hohe Kosten entstanden. Die Hoffnung sei, in diesem Jahr die Grünfläche und die Anwohner*innen mit einem genehmigten Programm zu schonen.

Dazu soll es im Görlitzer Park zwischen 12 und 23 Uhr ein Musikprogramm auf zwei Bühnen geben. Während auf der einen Bühne Elektro- und House-Musik gespielt werden soll, werden auf der anderen lokale Künstler*innen unplugged auftreten. Wer das genau sein wird, steht noch nicht fest, die Bewerbungsphase läuft noch. Die Aufbauarbeiten sollen schon am 27. April beginnen, am 1. Mai wird der Görlitzer Park nur noch über insgesamt 17 Eingangsschleusen zu betreten sein. Der Eintritt ist zwar kostenlos, jedoch gibt es Regeln für die Mitnahme von Lebensmitteln und Getränken (maximal drei Liter pro Person, Dosen und Glasflaschen sind nicht erlaubt).

Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) kann die Aufregung der Anwohner*innen zwar verstehen, verweist jedoch auf den Versuchscharakter der Veranstaltung. »Nach dem illegalen Rave sah der Park desaströs aus. Wir haben überlegt, was wir machen können, damit er nicht völlig kaputt gemacht wird.« Die Veranstaltung »MaiGörli« sei ein Versuch, das Problem in den Griff zu kriegen. Das bedeute jedoch nicht, dass das auch in Zukunft so gehandhabt werde. »Wir versuchen es in diesem Jahr mal so und gucken, ob der Park dadurch den 1. Mai gesünder übersteht als in den vergangenen Jahren. Wenn nicht, müssen wir uns was anderes überlegen.«

Denkbar sei etwa, das im Sommer im Görlitzer Park stattfindende Familienfest auf den 1. Mai zu legen. Einmal im Jahr veranstalten diverse Kiezeinrichtungen aus dem Reichenberger- und dem Wrangelkiez gemeinsam ein Familienfest mit unterschiedlichen Mitmachangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien. Man sei mit den Organisator*innen diesbezüglich im Gespräch, dieses Jahr hätte das jedoch nicht geklappt.

So wie bisher gehe es auf keinen Fall weiter, ist Herrmann überzeugt. Den rund 3500 Leuten, die in den vergangenen Jahren im Görlitzer Park Party gemacht hätten, sei der Naturschutz völlig egal. Mit dem »MaiGörli« habe man auf die Beschwerden der Anwohner*innen über die Müllberge, Menschenmassen und die vielen Glasscherben reagiert. Zwar könnten es auch in diesem Jahr viele Menschen werden, räumt Bezirksamtssprecherin Sara Lühmann ein. Man rechne mit bis zu 10 000 Besucher*innen. Die Verschmutzung falle jedoch weg, da kein Glas mitgebracht werden dürfe und Toiletten aufgestellt würden. Auch Fahrräder müssen draußen bleiben.

Den Facebook-Usern geht das jedoch nicht weit genug. Einige überlegen, auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes gegen die Party im Park vorzugehen. Schließlich sei gerade Brutzeit.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!