Unter Malochern

Eisenbahnarbeiter in schmutziger Montur am Bahndamm kehren von der Arbeit zurück. Ein verhärmter Arbeiter in schwarzer Kleidung ruht mit seiner Frau am Feierabend auf einer Parkbank aus, im Hintergrund die Mietskasernen der Industriemetropole. Arbeiter, gekleidet in Anzüge in erdigem Braunton, die wie Mönchskutten wirken, schlürfen Suppe in einer Wärmehalle. Um 1900 geht es den Künstlern der Berliner Secession nicht nur um einen neuen Ansatz in der Kunst, sondern auch um eine Kritik an den Verhältnissen.

»Meine Waffen: Pinsel, Kohle, Feder, Bleistift, sollen hauen und stechen«, formuliert Hans Baluschek 1920 seine Losung. Wie auch Käthe Kollwitz und Heinrich Zille empört er sich in seinen Arbeiten gegen die soziale Ungerechtigkeit im Zuge des industriellen Aufschwungs Berlins.

Ausgehend von den drei Protagonisten des Berliner Realismus zeigt das Bröhan-Museum in Charlottenburg von Mittwoch an in acht Kapiteln die Entwicklung sozialkritischer Positionen in der Kunst von der Zeit um 1900 bis in die 1930er Jahre. Die Schau steht unter dem Titel »Berliner Realismus. Von Käthe Kollwitz bis Otto Dix«. Zu sehen sind 200 Gemälde, Grafiken und Fotografien, überwiegend nationale und internationale Leihgaben von Institutionen, Museen und Privatsammlungen. epd/nd

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