Arme streiken gegen noch Ärmere

Mayotte ist französisch, der Rest der Komoren nicht mehr. Ein Generalstreik gegen Migration erregt die Gemüter

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Seit dem 20. Februar geht auf Mayotte nichts mehr. Die Insel vor der Ostküste Afrikas, die das 101. und ärmste Departement Frankreichs ist, wird seit Wochen durch einen Generalstreik lahmgelegt. Der Verkehr ist durch Straßenblockade unterbrochen, was die Versorgung zum Erliegen bringt, und fast alle Schulen sind geschlossen.

Ursache der spontan aus den ärmsten Schichten der Bevölkerung heraus begonnenen und erst nach und nach von Gewerkschaften und Bürgervereinen aufgegriffenen Aktionen ist das verbreitete Gefühl, dass die französische Regierung dieses 8000 Kilometer von Paris entfernte Eiland im Stich lässt. Die hat die Ministerin für die Überseedepartements, Annick Girardin, nach Mayotte geschickt. Als eine Delegation von Gesprächen mit der Ministerin zurückkam und auf einem Meeting auf dem Platz der Republik im Zentrum der Inselhauptstadt Mamoudzou über die Ergebnisse der Verhandlungen berichten wollte, schlug der Abordnung off...


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