Werbung

Bierselig durch Berlin

Kurzweilige Entdeckungsreise mit GetYourGuide durch die Hauptstadt.

  • Von Karsten Morschett
  • Lesedauer: 5 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Will wartet schon auf uns im Brauhaus Lembke am Alexanderplatz. Der nach langen Wanderjahren in Berlin hängen gebliebene Bierguide aus Australien wird den heutigen Abend mit uns - einigen Touristen und einheimischen Gerstensaftliebhabern - durch verschiedene Brauergaststätten ziehen, allerhand über Craftbiere erzählen und selbstverständlich tief mit uns ins Glas schauen. Noch kennen wir uns alle nicht, denn gebucht hat jeder individuell über GetYourGuide, ein Online-Portal, das besondere Stadtführungen in kleiner Runde anbietet.

Die Vorstellungsrunde macht ganz schnell klar: Die drei amerikanischen Teilnehmer unserer kleinen exklusiven Biertour freuen sich auf die kreativen Craftbiere; die beiden deutschen Teilnehmer, ein Pärchen um die 50, sind noch skeptisch: »Bier soll nach Bier schmecken und nicht wie Craft-Bier.« Und sie fügt schnell hinzu: »Eigentlich trinke ich lieber Wein.« Ich selbst, Schauspieler und seit einigen Monaten auch Biersommelier, freue mich auf eine umfangreiche Auswahl und bin auf die Reaktionen der Teilnehmer gespannt. Craft-Bier heißt ja nichts anderes als Bier, das in Handarbeit hergestellt wird. Und wo noch mit der Hand gearbeitet wird, geht es meistens kreativ zu. Daher bringt die Craft-Bier-Bewegung so viele unterschiedlich gebraute Biere hervor und bereichert den deutschen und auch den internationalen Biermarkt seit einiger Zeit geschmacklich enorm.

Unser Tourguide gibt sich optimistisch und serviert passend zur Wirtshausatmosphäre eine deftige Brotzeit und gleich zwei Biere aus dem Hause Lembke: Ein klassisches »Weizen« mit einem Alkoholgehalt von 5,5 Prozent, erfrischend spritzig, bernsteinfarben mit feinporiger Schaumkrone und kraftvoll im Geschmack mit den für Weißbiere typischen Bananen- und Nelkenaromen. Im Vergleich erhalten wir das aromatische 7,5-prozentige Weizenbockbier »Hopfenweisse« mit prägnantem Hopfenaroma und angenehm bitteren Abgang. Eine wahre Geschmacksinvasion. Bereits seit 1999 braut man im Hause Lemke außergewöhnliche Biere und war der nun international boomenden Craft-Bier-Bewegung weit voraus. Da die Gäste damals jedoch oftmals irritiert auf den außergewöhnlichen Gaumengenuss reagierten, wurden neben kreativen neuen Bieren auch immer kraftvolle klassische Biere zu Berliner Traditionsspeisen wie Eisbein und Co. serviert.

Die Reaktionen der bunt zusammengewürfelten Truppe sind, wie zu erwarten, unterschiedlich. Die Amerikaner sind begeistert von der »Hopfenweisse«. Die traditionellen Biertrinker präferieren »das Bier, das nach Bier« schmeckt, also das »Weizen«. Aber was ist Bier eigentlich? Nach dem Reinheitsgebot von 1516 dürfen ausschließlich Wasser, Gerstenmalz, Hefe und Hopfen zum Brauen verwendet werden. So gesehen sind die beiden eben verkosteten Biere gar nicht reinheitsgebotskonform gebraut. Das wertvolle Weizenkorn sollte nämlich vor 500 Jahren lediglich zum Brotbacken verwendet werden. Da Weizen im Vergleich zur Gerste als höherwertig gilt und damit das Reinheitsgebot quasi verbessert, hat man dessen Verwendung bei der Bierherstellung später einfach geduldet. Wir lernen: So genau nimmt man es in Deutschland auch nicht mit dem Reinheitsgebot. Was nicht passt, wird eben passend gemacht.

Unsere Reisegruppe ist mittlerweile weitergezogen. Nächster Stopp: Marcus-Bräu in der Münzstraße. Ein Geheimtipp und eine echte Überraschung: Das Berliner Marcus-Bräu ist eine Mischung aus Kiezkneipe und Restaurant mit rustikaler Speisekarte und braut eigene Hausbiere. Wir probieren hier gleich: ein Helles, ein Rotbier und ein Schwarzbier.

Meine Vermutung, dass die deutschen Teilnehmer hier voll auf ihre Kosten kommen, bestätigt sich schnell. Das helle Lagerbier ist elegant malzig, goldgelb und - mit Verlaub - mit 4,8 Prozent Alkoholgehalt schön süffig. Das kupferfarbene Rotbier ist mit kräftigerer Malznote etwas stärker eingebraut und mit seinen 5,3 Prozent Alkoholgehalt sehr aromatisch. Das Dunkel mit 5 Prozent zeichnet sich durch leichte Röstaromen und dunklere Schaumkrone aus. Die deutschen Gäste sind begeistert. Die Amerikaner auch. Letztere können aber die Bewunderung der Deutschen für große Gläser nicht ganz teilen. Für sie stehen Bier und Wein als Genussmittel auf einer Ebene. Und wer würde schon Wein aus Literkrügen trinken?

Nach nun fünf Bieren sind wir im »Kaschk« in der Linienstraße gelandet. Stylisch und hip. So stellt man sich ein Craft-Bier-Bar vor. Die Bierkarte hängt handbeschrieben über dem Tresen. Die Auswahl ist vielfältig und international. Das Publikum jung, trendy, und die Männer tragen lange Hipsterbärte. Wir bestellen von der Karte, die im »Kaschk« keine Wünsche offenlässt. Von angesagten Berliner Brauereien bis hin zu internationalen Geheimtipps gibt es hier wirklich alles, was das bierselige Herz höher schlagen lässt. Von fruchtigen Hopfenaromen über saure belgische Biere bis hin zu stark bitteren wird hier alles geboten.

Als wir spät am Abend nach dieser bierseligen Tour auseinandergehen, haben wir nicht nur neue Plätze in Berlin kennengelernt und viel über Bier erfahren, sondern vor allem in einer illustren internationalen Runde eine ungewöhnliche Stadtführung erlebt, in der Geselligkeit und Miteinander im Vordergrund stehen. Am Ende können sich sogar die Traditionalisten für die Biere begeistern, die ihnen »nicht immer nach Bier geschmeckt haben«.

GetYourGuide

GetYourGuide ist eine der größten Online-Plattformen für Touren, Ausflüge und Aktivitäten an Urlaubszielen weltweit. Auf dem Online-Portal finden sich rund 30 000 Touren, Aktivitäten und Attraktionen für mehr als 7300 Reiseziele. Bei GetYourGuide ist eine Fülle an Urlaubsideen für Abenteuerlustige, Outdoor-Enthusiasten, Kulturliebhaber und Familien buchbar. Ein besonderer Tipp sind die Ohne-Anstehen-Tickets beispielsweise für den Vatikan oder Eiffelturm.
Gebucht werden können sowohl Gruppen- als auch individuelle Touren. Beliebt sind beispielsweise Privattouren mit Einheimischen.
Das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Berlin hat, hatte sich aus einer Hochschulinitiative an der ETH Zürich entwickelt und zählt heute zu den erfolgreichsten Start-up Unternehmen Europas.
Mehr Infos unter:
www.getyourguide.com

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen