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Gewinne trotz Streik und Umzug

Charité zog positive Bilanz für 2017 / Pflegekräfte aus Mexiko erwartet

»Es gibt wieder positive Nachrichten«, sagt Steffen Krach, Staatssekretär für Wirtschaft und Forschung. Im siebten Jahr in Folge mache die Charité Gewinne, zum siebten Mal sei sie als bestes Krankenhaus Deutschlands ausgezeichnet worden. »Nicht nur Spitzenwissenschaft, sondern auch Top in der Krankenversorgung«, lobt Krach. Der Abschlussbericht des Jahres 2017 zeigt schwarze Zahlen und damit eine Wegentwicklung von der langen Zeit der Verluste vor 2011.

»Dass wir es geschafft haben, die Charité solide in einen wirtschaftlich grünen Bereich zu bringen, muss man hervorheben«, sagt auch Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité. »Wir haben gezeigt, dass eine strukturelle Veränderung dahinter steht.« Ohne diese sei der andauernde Erfolg in einer Zeit, in der viele Unikliniken schwarz-rote Zahlen schreiben, nicht möglich.

Ein Plus von 1,8 Millionen Euro gibt der Bericht als Jahresbilanz an. Das seien zwar zwei Millionen weniger als im Vorjahr, aber die Charité sei durch die Umzüge in das Bettenhochaus und durch den Streik im September belastet gewesen und habe unter diesen Umständen ein gutes Ergebnis erzielt, sagt Astrid Lurati, Direktorin des größten Uniklinikums Deutschlands. Zudem sei die Charité kein profitorientierter Betrieb. »Es kann nicht Ziel und Zweck der Charité sein, maximale Gewinne zu erreichen. Wir wollen die Mittel, die wir zur Verfügung stehen haben, in die Stärken der universitären Medizin stecken.« So plane man in Ausblick auf 2018 mit einer schwarzen Null als Jahresergebnis.

Herausforderung für die Charité wie auch für die Gesundheitspolitik des Landes ist der Fachkräftemangel im Pflegebereich. Man sei stolz darauf, in Anbetracht dessen 104 neue Vollkräfte im Pflege- und Funktionsdienst eingestellt haben zu können. »Damit liegen wir über den Sollregelungen, die der Tarifvertrag Gesundheitsschutz und Demografie vorsieht«, sagt Lurati. Um das zu erreichen, habe man einerseits in Öffentlichkeitsarbeit investiert, aber auch im Ausland Personal rekrutiert. »Insbesondere aus Albanien haben wir Pflegekräfte geholt. Wir haben sie entsprechend vorher qualifizieren und ausbilden lassen und haben sie dann im abgelaufenen Jahr an die Charité geholt«, so Lurati. Weitere »Akquisitionsmaßnahmen« seien auch in Mexiko im Gange, die ausgebildeten Kräfte würden im April an der Charité beginnen. Es würde aber nur aus Ländern rekrutiert, in denen es einen Überschuss an Pflegekräften gibt, erklärt Vorstandsvorsitzender Einhäupl.

Erwähnenswert sei außerdem die geringe Fluktuation im Bereich der Pflege von 2,5 Prozent. »Das ist deutlich niedriger als bei vielen anderen Krankenhäusern«, sagt Lurati. »Wir bemühen uns wirklich, dass die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege sich hier wohlfühlen.«

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