Werbung

Fair heißt nicht America first

Martin Ling über Unfairness als Prinzip des Welthandels

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

US-Präsident Donald Trump hat ein Problem richtig erkannt: Die anhaltenden Handels- und Leistungsbilanzdefizite der USA untergraben sukzessive die Stellung des Landes als größte Wirtschaft auf dem Globus und schwächen die Weltwährung Dollar, die seit der notgedrungenen Aufgabe des Fixkurssystems 1973 im säkularen Abwertungstrend begriffen ist.

Seine Argumentation in Bezug auf die Defizite ist nur noch in Teilen richtig: Er wirft vor allem China unfairen Handel vor. Richtig ist, dass China seine Währung Renminbi strategisch durch Devisenmarktinterventionen unterbewertet hält, um chinesische Güter auf dem Weltmarkt billiger und damit konkurrenzfähiger zu machen - ein Konzept, das auch den Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland in der Nachkriegszeit begründete und das bis zur Euro-Einführung mit Erfolg praktiziert wurde. Seitdem verläuft das deutsche Dumping über die Lohnstückkosten zulasten des Restes der Eurozone und des Restes der Welt.

Trump beklagt unfairen Handel dort, wo es den USA an Wettbewerbsfähigkeit mangelt, dort wo sie ihn wie im Agrarsektor mit Subventionen selbst praktizieren, verliert er kein Wort darüber, ihm geht es nicht um fairen Handel, sondern um »America first«. Mit fairem Handel hat die Weltwirtschaftsordnung nichts zu tun. Erfolg haben die, denen es gelingt, ihre eigenen Handelsbilanzüberschüsse zu maximieren. Fairer Handel wird ohne eine faire Weltwirtschaftsordnung immer ein Nischendasein fristen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen