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Die 99. nd-Leserwanderung steht bevor

Start am 15. April am U-Bahnhof Berlin-Haselhorst. Ziel ist der Kulturbiergarten Jungfernheide

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 4 Min.

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Wie die Zeit vergeht. Es kommt nun die 99. nd-Leserwanderung, für die Wanderleiter Gerhard Wagner die Strecken aussuchte. Der nd-Wanderung ist der mittlerweile 68-Jährige, der aus dem Saarland stammt, schon länger verbunden. Er hat früher beim sogenannten Abmarkieren geholfen, hat also die Weghinweise nach den Wanderungen immer fein säuberlich entfernt. Gerhard Wagner ist 1976 nach Westberlin gezogen und hat damals schon immer mal wieder an einem Kiosk an der Friedrichstraße das »Neue Deutschland« gekauft. Als Tagesbesucher erkundete er den Ostteil der Stadt zu Fuß. Dort, wo er seinerzeit durchs Grüne wanderte, in Köpenick, da lebt er nun schon sehr lange.

Die nd-Wanderung im Frühjahr und im Herbst gehört zu den bewährten Maßnahmen der Leser-Blatt-Bindung der Tageszeitung »neues deutschland«. Los ging es bereits 1969 mit Orientierungswanderungen, bei denen sich Leser mit dem Kompass durchs Gelände bewegten. Auf die Idee gekommen war damals Redakteur Werner Morenz. Treue nd-Leser und Teilnehmer der Wanderung erinnern sich wahrscheinlich vor allem an zwei langjährige Organisatoren, den Redakteur Fritz »Fritze« Schröder und den Verlagsmitarbeiter Walter Grenzebach mit seinem markantem Rauschebart. Diese beiden Männer haben die nd-Wanderung über die Wende gerettet. In ihre Zeit fiel die Einführung der heute noch üblichen Form mit je zwei markierten Strecken.

Fast immer mit dabei waren in den vergangenen Jahren die Bundestagsabgeordneten Petra Pau und Gesine Lötzsch (beide LINKE), die hier viele Freunde und Genossen aus ihren Wahlkreisen treffen. Aber auch andere bekannte Politiker konnten wir begrüßen, Senatoren aus Berlin, Minister aus Brandenburg - und mehrmals auch den Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi (LINKE), wenn der Ausflug in seinen Wahlkreis Treptow-Köpenick führte.

Erstmals findet sich nun der erste Vorbericht zur nd-Leserwanderung in der neuen Beilage »nd-Commune«. Weitere Ankündigungen wird es wie gewohnt bis zum Tag der Wanderung in den kommenden Wochenendausgaben im Berlin-Teil der Zeitung geben.

Ich selbst habe als Volontär im Frühjahr 1999 erstmals über eine nd-Wanderung berichten dürfen. 2002 bin ich als Redakteur anstelle von Fritz Schröder ins kleine Organisationsteam eingestiegen. Bis heute kann ich in der Nacht vor der Wanderung schlecht schlafen, wache auf und schaue nach dem Wetter, frage mich, wie viele Teilnehmer kommen werden und ob am Ziel auch alles klappen wird. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten habe ich das eine oder andere Mal überlegt, ob wir die 100. nd-Wanderung noch schaffen werden. Im Herbst 2018 würde es nun soweit sein.

Zunächst jedoch steht erst einmal die 99. nd-Wanderung an. Sie startet am 15. April von 9 bis 11 Uhr am U-Bahnhof Haselhorst im Berliner Bezirk Spandau. Alle Leser der Zeitung »neues deutschland« sowie ihre Freunde und Verwandten sind herzlich eingeladen. Die Start- und Wanderkarten werden wie immer kostenlos ausgegeben. Zwei Strecken stehen zur Auswahl. Sie sind sieben beziehungsweise 14 Kilometer lang. Wer sich die Strecken auf der Karte anschaut, wird denken, dass anfangs lange durch ein graues Häusermeer gelaufen wird. Aber auch hier schon geht der Weg durch herrliche Abschnitte. Ausgesucht sind Wege durch Grünanlagen, entlang von kleinen Bächen und Seen, tendenziell zunächst immer nördlich, bis sich die Strecke teilt. Wer die lange Stecke wählt, läuft dann noch weiter nordöstlich durch die Jungfernheide, ein gehöriges Stück am Ufer des Tegeler Sees, danach zurück durch die Jungfernheide, am Flughafensee vorbei und um die westliche Spitze des Flughafens Berlin-Tegel herum. Nachdem sich beide Strecken wieder vereinigt haben, geht es bald ein Stück am Hohenzollernkanal entlang und zum Ziel, dem Kulturbiergarten im Volkspark Jungfernheide.

Ich habe mir das Anfang März gemeinsam mit Gerhard Wagner angeschaut. Aufgefallen ist mir dabei an einer Straße, die an einem Gewässser vorbeiführt, ein elektronisches Warnschild für Autofahrer. Sie werden mit rot blinkenden Leuchten aufgefordert, langsam zu fahren. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Vor Schulen sieht man dies häufiger. Hier aber ist auf dem Schild ein Biber abgebildet, und die Autofahrer werden so auf die Tiere hingewiesen, die plötzlich auf der Straße stehen könnten.

Weil ich schwer erkältet war und ein unangenehmer Schneeregen niederging, sind wir zur Vorbereitung zunächst einmal ausnahmsweise nur die kurze Strecke abgelaufen. »Nächstes Mal laufen wir wieder die lange Strecke«, haben wir uns beim Abschied versprochen. Das wird dann die 100. nd-Wanderung. Ich freue mich schon darauf.

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