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Politik ist kein Gangster-Rap

Stefan Otto über Bushido und den Ostbeauftragten

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 1 Min.

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Es ist kaum zu fassen, wie der neue Ostbeauftragte auf die grassierende Fremdenfeindlichkeit im Osten reagiert. Verständlich sei es, wenn man auf Fremdes aus Angst vor Veränderung zunächst mit Ablehnung reagiere, sagte Christian Hirte. Als würden überall reale Gefahren lauern! Ganz ähnlich äußerte sich kürzlich Bushido: »Ich verstehe«, so der Musiker, »dass die Menschen nervös werden, wenn in ihrer Nachbarschaft plötzlich so ein Fremdkörper auftaucht.« Bushido sprach dabei allerdings über sich, den pöbelnden Rapper, und seine Nachbarn in Kleinmachnow vor den Toren Berlins; Hirte dagegen reagierte auf eine generelle Angst vor dem Unbekannten, gepaart mit einem Unbehagen vor der Zukunft - diese Gemengelage hat sich längst zu einem Pessimismus verfestigt.

Wie die Politik darauf reagiert, zeugt von einer Ratlosigkeit. Ein probates Mittel dagegen sollen Abschiebezentren sein. Als würde sich damit die Volksseele beruhigen! Es passt, dass die erste Einrichtung wohl in Bayern entstehen soll, kurz vor der Landtagswahl - offensichtlich, um der AfD das Wasser abzugraben. Die Strategie ist plump. Eigentlich fällt eine solche autoritäre Politik aus der Zeit. Betriebe werden längst mit flachen Hierarchien geführt, Fußballteams auch. Nur die Politik hält daran fest. Im Bierzelt ähnelt sie tatsächlich ein wenig dem Rap. Hoffnung macht das nicht.

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