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Beschwerden über Entgelte

Banken-Ombudsmann

Besonders im Fokus standen Entgelte im Zahlungsverkehr. Manche Kreditinstitute drehen wegen der Niedrigzinsen und hoher Regulierungskosten an der Gebührenschraube (siehe nebenstehenden Beitrag). Insgesamt gingen nach Angaben des Bankenverbandes BdB 5325 Schlichtungsanträge ein - 272 weniger als 2016. Die Gesamtzahl sinkt seit 2014.

Einen deutlichen Anstieg gab es hingegen beim Zahlungsverkehr mit 1806 Beschwerden (im Vorjahr 1434). Auch das Wertpapier- und das Kreditgeschäft löste häufig Ärger aus. Im Wertpapiergeschäft gingen 1799 Beschwerden ein. Den Angaben zufolge ging es dabei vor allem um Investitionen in offene und geschlossene Fonds. Verbraucher beklagten vor allem aus ihrer Sicht fehlerhafte Beratung.

Die Zahl der Meinungsverschiedenheiten zwischen privaten Banken und ihren Kunden im Kreditgeschäft sank dagegen deutlich. Mit 1451 Schlichtungsanträgen (Vorjahr 2661) machten sie aber immer noch mehr als ein Viertel aller Fälle aus. In der Vergangenheit gab es nach zwei Urteilen des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Zulässigkeit von Kreditbearbeitungsentgelten noch einen außerordentlichen Beschwerdeberg. Dieser hatte die Zahlen insgesamt nach oben getrieben. 2014 waren insgesamt 108 569 Schlichtungsanträge beim Ombudsmann eingegangen. Seitdem ist die Zahl kontinuierlich gesunken.

4163 der eingereichten Beschwerden erfüllten im vergangenen Jahr die erforderlichen Bedingungen, gut 2400 wurden abgearbeitet. Mehr als die Hälfte davon wurde ganz oder teilweise zugunsten der Kunden entschieden. 924 Mal behielt die Bank die Oberhand. In 171 Verfahren schlugen die Ombudsleute einen Vergleich zwischen beiden Parteien vor.

Der BdB hatte 1992 freiwillig das außergerichtliche Schlichtungsverfahren gegründet. Seit 1. April 2016 ist es eine anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle. Sechs pensionierte Richter nehmen sich als unabhängige Streitschlichter der Beschwerden an, wenn sich diese nicht vorher erledigen. Die Daten für 2017 beruhen auf der bisher vom BdB verwendeten Systematik, um einen langfristigen Vergleich zu ermöglichen. 2017 wurde die Systematik aufgrund europarechtlicher Vorgaben geändert. dpa/nd

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