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Wo Mendelssohn und Schumann dozierten

Deutschlands erste höhere Bildungsanstalt für Musiker steht in Leipzig - sie begeht in diesem Jahr ihr 175. Jubiläum

  • Von Jörg Aberger, Leipzig
  • Lesedauer: 3 Min.

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Eigentlich könnte die Leipziger Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« auch den Namen »Heinrich Blümner« tragen. Der Königlich Sächsische Oberhofgerichtsrat Blümner nämlich war es, der 1839 dem König Friedrich August II. die stattliche Summe von 20 000 Talern zur »Förderung eines Instituts für Kunst oder Wissenschaft« hinterließ, wie es in der Chronik der Hochschule heißt. Es war dann aber der damalige Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847), der am 2. April 1843 das »Conservatorium der Musik zu Leipzig« als erste höhere Bildungsanstalt für Musiker im Gebiet des heutigen Deutschland eröffnen konnte.

Die Anfänge waren sehr bescheiden. Im Hofgebäude des damaligen Gewandhauses gab es zunächst gerade einmal 22 Studierende, wobei als erster eingeschriebener Student Theodor Kirchner geführt wird, der später als Komponist, Dirigent, Organist und Pianist tätig wurde. Mendelssohn selbst, aber auch der Komponist Robert Schumann (1810-1856), Thomaskantor Moritz Hauptmann (1792-1868) und andere Musikerpersönlichkeiten zählten zu den ersten Lehrern.

»Heute sind an der Hochschule 1182 Studierende aus 55 Ländern immatrikuliert«, sagt Pressesprecherin Katrin Schmidinger. Die meisten davon kommen aus Deutschland, auf dem nächsten Platz folgt dann Südkorea. Und auch der Lehrkörper ist international aufgestellt, wie Schmidinger weiter berichtet: Die 130 hauptamtlichen Lehrkräfte - also Professoren sowie künstlerische und wissenschaftliche Mitarbeiter - kommen aus 17 Ländern. Dazu gehören Belgien, China, Frankreich, Großbritannien, Iran, Israel, Polen, Portugal, Russland, Ungarn und die USA. Die Internationalität wurde ohnehin schon sehr früh ein Markenzeichen des »Conservatoriums«. Studierende Männer und Frauen kamen zunächst aus zahlreichen Ländern Europas, aber bald auch schon aus den USA. »Besonders enge Beziehungen bestanden zu Großbritannien, wo Mendelssohns Name durch längere Konzertreisen wohl ausgewiesen war und auch Ignaz Moscheles mehrere Jahre gewirkt hatte«, so heißt es in der Hochschulchronik.

Rund vierzig Jahre nach der Gründung zog die Lehranstalt 1887 in das von Hugo Licht entworfene Gebäude in der Grassistraße, in dem sie noch heute ihr Domizil hat. Während der Anfangszeit des Konservatoriums wurde mit den Fächern Klavier, Violine, Orgel, Gesang und Musiktheorie nur eine begrenzte Zahl angeboten. Später wurden die gängigen Orchesterinstrumente in den Lehrplan aufgenommen, hinzu kamen eine Opern- und für kurze Zeit auch eine Organistenschule.

»Heute ist es mit der Zählung schwierig«, sagt Schmidinger. Denn teilweise werden gleiche Instrumente in unterschiedlichen Fachrichtungen unterrichtet. 42 Musikinstrumentalfächer stehen derzeit auf dem Lehrplan, hinzu kommt der Gesang. »Außerdem haben wir noch Schauspiel, Komposition, Musikwissenschaft, Dramaturgie, Musikpädagogik mit zahlreichen nicht instrumentalen Fächern.« Denn aus dem ehemaligen »Conservatorium« ist die Hochschule für Musik und Theater geworden: 1992 wurde die 1953 gegründete Theaterhochschule »Hans Otto« integriert. dpa/nd

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