Werbung

Oben und unten

Lena Tietgen über die zerstörerische Kraft des Neoliberalismus

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Es wird Zeit, sich von den hohlen Phrasen des Neoliberalismus zu verabschieden. Um die anstehenden, globalen Probleme zu erfassen, brauchen wir gesellschaftliche Vielfalt. Und die ist nicht durch den geltenden Leistungsbegriff zu haben. Zur Vielfalt gehört die Originalität von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf genauso wie die Genialität der neuen »Einsteins«. Zu dieser Vielfalt zählen die ganz vielen Menschen, deren Einmaligkeit in der Art ihrer alltäglichen Umsetzung notwendiger Tätigkeiten besteht, oder diejenigen, die in Ruhe und Gelassenheit für Kontinuität sorgen.

Und damit hat die Aufzählung gerade erst begonnen. Zukunft hat eine Gesellschaft, die hierin Ressourcen sieht, die intelligente Lösungen im Zusammenwirken der Verschiedenheiten anstrebt. Eine, die auf Arterhalt jenseits von Rassismus und Nationalismus setzt. Selektion hemmt diese Entwicklung nur. Und dennoch ist sie ein ernst zu nehmender Faktor, denn der Elitebegriff, wie er auch in der Bildungspolitik gebräuchlich ist, begrenzt den Einzelnen. Abgewandelt könnte man sagen: Die Deprivation der Vielen ist das Kapital der Wenigen.

Dieser inhärenten zerstörerischen Kraft muss etwas entgegengesetzt werden. Hier ist die Politik gefordert. Die ersten Schritte könnten heißen: Verpflichtung der Gymnasien zur Inklusion, Ausbau der Gemeinschaftsschule zur Regelschule (und zwar bundesweit!), Sensibilisierung der Lehrkräfte für Vielfalt, gleichwertige digitale Ausstattung von Schulen. Aber auch die Gesellschaft ist gefordert. Sie muss dafür sorgen, dass der Leistungsbegriff durch den der gesellschaftlichen Verantwortung ersetzt wird.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen