Rätsel Reizdarm

Bei dauerhaftem Ärger mit der Verdauung fehlen meist spezielle Therapieangebote

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Die 30-jährige Patientin kann erst drei Stunden nach dem Aufstehen morgens aus dem Haus gehen. Erst dann ist sie sich sicher, dass sie nicht mehr auf die Toilette muss. Seit nunmehr zehn Jahren geht das so, immer wieder Bauchschmerzen, Durchfall, Aufstoßen, Blähungen. Als sie 20 Jahre alt war, wurde ein Magen-Darm-Infekt mit Antibiotika behandelt. In welcher Weise diese Therapie Auslöser der andauernden Beschwerden gewesen sein könnte, ist offen. Diagnostisch wurde auf jeden Fall eine Menge versucht: Blut im Stuhl war nicht nachweisbar, es gab keinen Gewichtsverlust, nur selten Verstopfung. Magen- und Darmspiegelung wurden durchgeführt, Atemtests ebenso, um eine Laktoseintoleranz oder eine schlechte Aufnahme von Fructose auszuschließen. Als psychische Begleiterkrankung wurde eine Panikstörung festgestellt. Die körperlichen Symptome traten mal stärker, mal schwächer auf.

Den Fall schilderte die Allgemeinmedizinerin Eva Winter kürzl...

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