Plastikparadiese

Touristeninvasion und Müllprobleme führt zur Schließung von einst idyllischen Urlaubsinseln in Südostasien

  • Von Daniel Kestenholz, Bangkok
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Gerademal gut zehn Quadratkilometer ist die Paradiesinsel Boracay im Herzen der Philippinen groß. Es ist eng auf der Insel, ganze 500 Hotels, größere und kleinere, stehen auf Boracay. Und kaum ein Hotel verfügt über eine Kläranlage. Abwasser mitsamt Fäkalien werden ins Meer gespült, was den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte unlängst zur Bemerkung veranlasste, Boracay sei eine »Jauchegrube«. Die hohe Konzentration an menschlichen Fäkalien mache das Meer gesundheitsschädlich: »Es riecht übel«, sagte Duterte. »Das Wasser ist wirklich verseucht.«

Auf die Schmähworte von Duterte folgte die präsidial angeordnete Schließung von Boracay für sechs Monate. Die Insel müsse sich erholen und gehöre umgebaut, zumal sie unter dem wachsenden Druck von steigenden Besucherzahlen ersticke. Hotels, die sich nicht ans zentrale Abwassersystem anschließen lassen, haben innerhalb von zwei Monaten eigene Kläranlagen zu bauen.

Die Schließung...

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