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Gutes und gesundes Essen direkt von nebenan

Für ökologisch nachhaltige, sozial gerechte Nahrungsproduktion und -verteilung - Ernährungsrat wird zwei Jahre alt

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In der Kantine der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) soll es bald mehr Essen aus saisonalen und regionalen Produkten geben. Unterstützen soll sie dabei der Ernährungsrat Berlin. »Die Expertise des Ernährungsrates kann zum Beispiel dabei helfen, Kontakte zu den entsprechenden Produzenten zu knüpfen«, bestätigt ein BVG-Sprecher auf nd-Anfrage.

Der im April 2016 gebildete Ernährungsrat ist ein zivilgesellschaftlicher Zusammenschluss von Initiativen und Einzelpersonen, die unter dem Leitbegriff »Ernährungssouveränität« den Umgang mit Lebensmitteln in der Hauptstadtregion vernünftig gestalten wollen. Sie arbeiten zu Themen wie Schulessen, städtische Gemeinschaftsgärten, Brandenburger Landwirtschaft und fairer Welthandel. Vorbilder gibt es vor allem in den USA, in Kanada und Großbritannien.

Repräsentiert wird der Rat von 14 Personen mit unterschiedlicher Expertise aus allen Themenbereichen, die mit dem Senat, mit Unternehmen und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten wollen. Am 19. April werden die neuen Sprecher gewählt - Bewerbungen können bis zum 15. April eingereicht werden. Wählen und gewählt werden können »alle, die den zukunftsfähigen Wandel des Ernährungssystems in der Region aktiv vorantreiben und mitgestalten wollen«, teilt der Ernährungsrat mit.

Organisiert wird der Ernährungsrat über verschiedene Arbeitsgruppen. Die AG LebensMittelPunkte beispielsweise sucht Orte in den Bezirken, die die Basisinitiativen für sich nutzen können: um vom Handel aussortierte Lebensmittel weiterzugeben, um Lieferungen von Bauern aus dem Umland entgegenzunehmen, oder auch für Workshops zur Verarbeitung von Lebensmitteln.

In Spandau gibt es eine solche Initiative bereits seit 2015. Damals lud das Bezirksamt zusammen mit der Klimawerkstatt ein, Ideen für eine »essbare Stadt« zu sammeln. 30 Menschen nahmen an einem ersten Treffen teil, erzählt Michael Ploegert, einer der Aktivisten. Die Gruppe habe dann ein Apfelfest in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gartenarbeitsschule organisiert. Dafür sammelten sie Äpfel auf Privatgrundstücken ein, die sonst verrottet wären. »Ich möchte das Spandauer Modell der ›essbaren Stadt‹ auf ganz Berlin übertragen«, sagt Ploegert. Das bedeutet für ihn: Lokales Obst wird nicht weggeworfen, der öffentliche Raum wird für die Produktion von Lebensmitteln genutzt, und das Imkern, dem er sich ebenfalls widmet, wird erleichtert.

Leichter hat es da die Schwester-Initiative in Lichtenberg. Eine Aktivistin werde ab Ende des Jahres ein Ladenlokal im Kaskelkiez für einen solchen LebensMittelPunkt zur Verfügung stellen, berichtet Elisa Igersheim, die im vom Bezirk geförderten Lichtenberger Umweltbüro arbeitet und sich hier in ihrer Freizeit engagiert. »Wir wollen etwas im Kiez bewegen«, sagt Igersheim. Zunächst solle es Workshops etwa zum Herstellen von Wein und zum Einwecken geben. Start ist am 29. Mai im Nachbarschaftszentrum Kiezspinne.

Stadtteilinitiativen erhalten beim Ernährungsrat Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten. Seine lan᠆despolitischen Aktivitäten lobt die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz auf nd-Anfrage: »Der Ernährungsrat entwickelt aktiv Konzepte, Instrumente und mögliche Maßnahmen, um eine nachhaltige Ernährungspolitik in Berlin zu gestalten, und bringt diese in den politischen Prozess ein. Er ist eine aktive Stimme in der öffentlichen Debatte, er informiert und klärt auf.« Der im November veröffentlichte Forderungskatalog des Ernährungsrats enthalte »zahlreiche interessante Vorschläge«, von denen derzeit »einzelne« auf ihre mögliche Umsetzung hin geprüft würden. Treffen mit dem Ernährungsrat finden regelmäßig statt.

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