Werbung

Eine Frage der Vernunft

Roland Etzel vermisst ein klares Wort Berlins zur Krise um Syrien

  • Von Roland Etzel
  • Lesedauer: 2 Min.

Es gibt sie, die Stimmen der Vernunft im Fall Syrien. Und sie nehmen gerade im bürgerlich-konservativen Lager zu. Immer mehr rückt ins Bewusstsein, dass verantwortungslose politische Kraftmeierei eines zu Hause in Bedrängnis geratenen Präsidenten einen vielleicht nicht mehr beherrschbaren Konflikt zu entfesseln droht. Auch weil die Erkenntnis wächst, dass es bei dem aktuellen, bis jetzt rein verbalen Kräftemessen kaum noch um Syrien geht - wenn es jemals zuerst darum ging. Trumps überdeutliche antirussische Note lässt da wenig Zweifel.

Mag sein, dass ihm das einige der NATO-Falken sogar verübeln, zeigt es doch die Scheinheiligkeit der Behauptung, die Menschenrechte in Syrien mittels Raketen zu verteidigen. Die Befürworter einer Politik des Interessenausgleichs hat es gewiss gestärkt.

Bei der Bundesregierung scheint diese Botschaft allerdings unwillkommen zu sein. Genügt es ihr nicht als Alarmzeichen, dass Trump die Beziehungen zu Moskau ohne einen Anflug des Bedauerns als »schlimmer als zur Zeit des Kalten Krieges« bezeichnet hat? Worauf warten Merkel und Maas, als Repräsentanten einer EU-Führungsmacht auch im ganz eigenen Interesse zur Mäßigung aufzurufen? Die Äußerung des Außenministers, »wenn man den Druck auf Russland aufrecht erhalten will, dann können die westlichen Partner jetzt nicht auseinander laufen«, lässt eher darauf schließen, dass man sich dem Abenteurerkurs Trumps zu beugen gedenkt.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln