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Die Stadt Rotterdam setzt auf Innovation und eine neue Sozialpolitik

  • Von Knut Henkel
  • Lesedauer: 2 Min.

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Rotterdams Süden ist der soziale Brennpunkt der Stadt. Wie versucht man daran etwas zu ändern?

Hier sitzen alle Verantwortlichen an einem Tisch: die nationale Regierung, die Stadtverwaltung, die Wohnungsbaugesellschaften, die Schulen und soziale Organisationen. Wenn eine Wohnungsbaugesellschaft zusagt, 1000 Wohnungen zu renovieren, dann achten alle anderen Beteiligten darauf, dass dies auch eingehalten wird.

Was sind, neben der Qualität der Wohnungen, die Probleme in dem Viertel?

Es sind die typischen Probleme eines von sozialem Missmanagement und Ignoranz geprägten Stadtteils, der die Reichweite einer kleineren Großstadt hat, und in dem viele Migranten leben. Hier leben rund 200 000 Menschen, weshalb auch die Regierung der Niederlande mitredet. Wir haben es mit Arbeitslosigkeit, einem niedrigen Bildungsniveau, einer hohen Schulabgängerquote und Perspektivlosigkeit zu tun. Im Durchschnitt gehen in Holland 50 Prozent der Schüler auf eine weiterführende Schule - hier im Süden Rotterdams lag die Quote vor einiger Zeit bei 25 Prozent. Fakt ist, dass Kinder aus Haushalten, in denen holländisch gesprochen wird, einen Wortschatz von 17 000 Wörtern haben, die anderen Kinder haben einen von 11 000. Das ist ein Argument, welches wir in der Diskussion mit den Eltern anführen.

Wie intervenieren Sie?

Wir beraten die Anwohner - und zwar direkt bei ihnen zu Hause am Küchentisch. Sozialarbeiter suchen die Menschen auf, analysieren die Probleme, suchen Lösungen - im Bereich von Schule und Ausbildung, aber auch bei Arbeit und anderen Problemen. Die aufsuchende Beratung hat dazu geführt, dass die Schwellenangst gegenüber den Behörden zurückgeht. Zudem haben wir durchgesetzt, dass in den Schulen sechs Stunden zusätzlich unterrichtet werden. Und wir garantieren Schülern, die einen bestimmten Ausbildungsweg einschlagen, den Job am Ende der Lehrjahre.

Haben Sie Jobs im Angebot?

Ja, wir haben mit großen Unternehmen Rotterdams entsprechende Garantien ausgehandelt. Es gibt Arbeit für alle Qualifizierungsniveaus und wir versuchen die Jugendlichen zu motivieren. Im Bildungsbereich steigt die Zahl der Schüler, die zu weiterführenden Schüler gehen. Wir sind von 25 auf 36 Prozent geklettert - das ist ein erster Erfolg.

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