Aus eigenen Mitteln und zu eigener Lust

Warum Chris Dercon als Intendant der Berliner Volksbühne nicht erfolgreich sein konnte

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Gedankenspiele mit Außerirdischen bieten sich immer dann an, wenn sich etwas ganz und gar Absonderliches zuträgt, das in Gänze nur eingeweihte Kreise zu verstehen scheinen. Stellen wir uns also vor, es landeten Aliens irgendwo in Berlin-Mitte, sagen wir: auf dem Rosa-Luxemburg-Platz. Ihnen müsste sofort dieses Gebäude auffallen, das da vor ihren Augen thront: die Volksbühne. Nehmen wir an, die Extraterrestrischen wüssten um die großen Probleme der Menschheit: Armut, Krieg, Klimawandel.

Würde ihnen nun jemand erzählen, mit welcher Wucht in den vergangenen drei Jahren um dieses Theater gestritten wurde, sie wären fassungslos. Außerhalb der Hauptstadt und insbesondere jenseits der Kulturbetriebsblase sah sich beinahe jeder Kunstfreund zuletzt mit einer rhetorischen Frage konfrontiert: Habt ihr in Berlin keine andere Probleme? Das würden sicher auch die Aliens fragen. Um ihnen die Sache begreiflich zu machen, müssten die Erklärenden a...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.