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Mosekunds Montag

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

Als Herr Mosekund vom Lauf in den Frühling für jedermann gelesen hatte, beschloss er, sich künftig etwas mehr Bewegung zu verschaffen. Vor Beginn betrachtete er all die durchtrainierten Menschen und sagte sich, dass es um nichts als die Teilnahme gehe. Dann fiel der Startschuss, und alsbald wurde Herr Mosekund, der sich weit vorn aufgestellt hatte, von vielen Läufern überholt. Als er nur noch zwei Teilnehmer hinter sich sah, erwachte sein Ehrgeiz. Nein, Letzter werde ich nicht, dachte er und legte sich ins Zeug. Tatsächlich gelang es ihm, die Beiden auf Abstand zu halten. Entkräftet, aber glücklich schleppte er sich ins Ziel, bis die beiden Letzten sich ihm näherten und sich besorgt nach seinem Befinden erkundigten. Erst jetzt erkannte Herr Mosekund, dass auf ihren Trikots »Organisationskomitee« geschrieben stand. Sie sollten, erklärten sie ihm, am Ende des Feldes dafür sorgen, dass sich niemand verlief, weil er den Anschluss verloren hatte. Was für eine Blamage, dachte Herr Mosekund, Letzter in der Ergebnisliste, das passiert mir nicht noch einmal. Am nächsten Tag bestellte er im Sportartikelgeschäft für den Lauf in den Herbst ein Trikot mit der Aufschrift »Organisationskomitee«.

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