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Verdirbt Geld tatsächlich die Freundschaft?

Privatdarlehen

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 4 Min.

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Verdirbt Geld tatsächlich die Freundschaft?

Wer wissen möchte, welches Einkommen der Nachbar oder Chef im vergangenen Jahr aus Arbeit und Kapital hatte, kann dies einfach im jährlich erscheinenden Steuerkalender nachschauen. Den gibt es in gedruckter Form und ist mehrere Telefonbücher dick.

Alternativ können Neugierige direkt beim Finanzamt nachfragen oder einen der zahlreichen privaten Internetdienste nutzen, welche das Einkommen und die Schulden von Frau Jedermann gegen eine Gebühr übersichtlich bereitstellen. Kaum zu glauben? Doch, zumindest in Schweden ist die (fast) totale Transparenz durchaus üblich. Ob auch nützlich, gilt in der Öffentlichkeit und unter Politikern als umstritten.

Dagegen ist in der Bundesrepublik die Heimlichtuerei um das Einkommen im internationalen Vergleich besonders groß. Selbst mit ihren Freunden sprechen viele nicht offen über Geld. Und in manchen Fällen weiß sogar der Ehepartner nicht ganz genau, was auf dem Lohnzettel des Partners steht oder wie hoch die Miesen auf dem Girokonto sind.

Geld ist hierzulande nicht nur ein Tabuthema, sondern auch ein Reizthema mit hohem Konfliktpotenzial. Laut einer aktuellen Umfrage hat jeder zehnte Bundesbürger schon einmal einen Freund wegen Geldstreitigkeiten verloren.

Männerfreundschaften gehen beim Geld häufig in die Brüche

Beim Thema Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Scham und Neid, enttäuschte Erwartungen und gekränkte Eitelkeit: Eine TNS-Emnid-Umfrage im Auftrage der Postbank AG, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bank, ergab, dass viele Freundschaften, vor allem von Männern, schon am Geld zerbrochen sind. »Geld ist das wichtigste Tabuthema. Wir reden über Geld weniger als über Sexualität und Liebe«, meint der Psychologe und Buchautor Dr. Wolfgang Krüger. Geld sei sehr emotional besetzt, weil es oft um Ansehen (wenn man wohlhabender ist) und Scham (wenn man weniger besitzt) geht.

In Männerfreundschaften gibt es häufiger Konflikte um den gar nicht so schnöden Mammon: Mehr als doppelt so viele Männer (15 Prozent) wie Frauen (7 Prozent) gaben an, dass wegen Geld bereits eine Freundschaft in die Brüche gegangen war. Der Psychologe Krüger erklärt den kleinen Unterschied: »Frauen reden eher über Geld als Männer. Sie reden vor allem offener darüber. Zudem sind sie bei Geldangelegenheiten erheblich vorsichtiger. Frauenfreundschaften leben mehr vom offenen Gespräch. Männerfreundschaften reden davon, dass man sich in Krisenzeiten hilft. Hier sind Männer unvorsichtiger.«

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen diesen Ansatz: 57 Prozent der Männer würden einem Freund bedingungslos 500 Euro leihen, wenn er in einen finanziellen Engpass geraten ist - von den Frauen wären nur 40 Prozent dazu bereit. In einer telefonischen, angeblich repräsentativen Mehrthemenbefragung hatte TNS Emnid im Januar 2018 dazu 1005 Befragte ab 18 Jahren interviewt.

Fazit: »Geld verdirbt Freundschaften«, ist sich der Psychologe Krüger sicher. Denn in Freundschaften brauche man Vertrauen und Großzügigkeit, bei größeren Geldsummen brauchen wir dagegen Verstand und klare Regelungen. Es gebe sicherlich Situationen, in denen Freunden geholfen werden müsse. »Aber wir müssen auch wissen, dass eine Freundschaft am Geld scheitern kann.«

Vergleichsportale können helfen

Bevor man einen Kredit an einen Freund oder eine Freundin vergibt, solle man nüchtern prüfen, warum der Hilfesuchende in Not geraten ist und ob er in der Lage ist, das Geld zurückzuzahlen, rät Krüger. Eine Sprecherin der Postbank geht noch einen Schritt weiter: »Man sollte ein Bankdarlehen einem privaten Darlehen immer vorziehen, um die Freundschaft nicht zu beschädigen.«

Die Kosten für einen Ratenkredit von einer Bank oder Sparkasse betragen je nach Höhe und Laufzeit um die 3 bis 5 Prozent effektiver Jahreszins. Nutzen Sie für den Kreditvergleich ein Vergleichsportal. Für eine erste Übersicht empfehle ich Verivox. Danach können Sie prüfen, ob Sie bei Check24, Finanzcheck oder Smava ein noch günstigeres Angebot finden.

Entschließen Sie sich doch lieber zu einem sogenannten Privatdarlehen? Gut so. Denn das kann auch bestens für eine richtige Freundschaft sein. Dann sollten Sie die Konditionen (»Bedingungen«) des persönlichen Kredites schriftlich in einem Vertrag festhalten. Frei nach der alten Erfahrung: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Dazu gehört die Kreditsumme in den formlosen Vertrag, wann und in welchen Raten das Darlehen zurückgezahlt werden soll und gegebenenfalls ein Zinssatz. Und natürlich der Darlehensgeber - wie eine richtige Bank. Denn der Geldgeber sollte vertraglich gut damit leben können, dass er sein Geld auch wirklich wiedersieht.

Buchtipp: Wolfgang Krüger - »Freundschaft: beginnen - verbessern - gestalten«, pb., 9,90 €, ISBN 978-3738656077

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