Werbung

Pulitzer-Preise für Weinstein-Enthüllungen

Auszeichnung für Journalisten der »New York Times« und des »New Yorker« / Weltweite #MeToo-Bewegung nach Berichten

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»New Yorker«-Autor Ronan Farrow
»New Yorker«-Autor Ronan Farrow

New York. Die drei Journalisten, die mit Berichten in der »New York Times« und im »New Yorker« die Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein aufdeckten, sind mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Das verkündete Dana Canedy im Namen der Jury an der Columbia University in New York am Montag. Jodi Kantor und Megan Twohey sowie Ronan Farrow hatten mit ihren Berichten im Oktober 2017 die #MeToo-Bewegung losgetreten, in der sich Opfer sexueller Übergriffe zu Wort meldeten.

Die drei hätten mit »explosivem, wirkungsvollem Journalismus Sexualtäter enthüllt, darunter auch Vorwürfe gegen einen der einflussreichsten Produzenten Hollywoods«, erklärte Canedy. Durch die Berichterstattung seien die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden für »lang unterdrückte Vorwürfe über Nötigung, Gewalt und erzwungenem Schweigen der Opfer«. Die Folge sei eine »weltweite Abrechnung mit dem sexuellen Missbrauch von Frauen« gewesen.

Weinstein wird von inzwischen mehr als hundert Frauen - darunter zahlreichen Filmstars - beschuldigt, sie sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Er wurde kurz nach Aufkommen der Vorwürfe von seiner Produktionsfirma gefeuert und sieht sich inzwischen mit mehreren Ermittlungsverfahren konfrontiert. Weitere Enthüllungen und Vorwürfe setzten in den vergangenen Monaten noch andere Prominente aus der Film-, Medien- und anderen Branchen unter Druck.

Er sei dankbar für »jede mutige Quelle« und die Unterstützung des »New Yorker«, als andere die Geschichte »begraben« wollten, twitterte Farrow kurz nach Verkündung der Preisträger. »Dieser Moment wird als Abrechnung bezeichnet, aber wir haben erst angefangen, die Wahrheit über alten Machtmissbrauch zu sagen.« Der TV-Sender NBC hatte Farrows Geschichte über Weinstein abgelehnt und war beschuldigt worden, Berichterstattung über sexuelle Übergriffe unterdrücken zu wollen. Ronan Farrow ist der Sohn der Schauspielerin Mia Farrow und des Filmemachers Woody Allen.

In den weiteren der 14 journalistischen Pulitzer-Kategorien wurden große, aber auch im Ausland weniger bekannte US-Medien ausgezeichnet. Die »New York Times« gewann mit der »Washington Post« in der Sparte »National« für deren Berichterstattung zur russischen Einflussnahme im US-Wahlkampf und Verbindungen zum damaligen Kandidaten Donald Trump. Auch Berichterstattung über die geplante Mauer an der US-Grenze mit Mexiko (»Arizona Republic«), die Heroin-Epidemie in Ohio (»Cincinnati Enquirer«) und Dylan Roof, der in einer Kirche in Charleston neun Afroamerikaner erschoss (»GQ«), wurden ausgezeichnet.

Der von dem in Ungarn geborenen US-Zeitungsverleger Joseph Pulitzer gestiftete Preis wurde dieses Jahr zum 102. Mal vergeben. Er gilt als die höchste Auszeichnung der Medienbranche. Die Jury setzt sich aus Journalisten, Verlegern und Akademikern zusammen. Im Unterschied zu 2016 und 2017 wurden 2018 keine Online-Publikationen ausgezeichnet. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen