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Heizen mit Grubenwasser

Sachsen: Zwickauer Forscher gewinnen Wärme aus stillgelegten Bergbauschächten

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Zwickau. Im einstigen Steinkohlenrevier Zwickau nutzen Wissenschaftler die Hinterlassenschaften des Bergbaus: Zwölf Jahre nach der ersten Projektidee kann die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) Wärme aus Grubenwasser gewinnen. Mit dem 26 Grad warmen Wasser aus einer Tiefe von 628 Metern soll zukünftig ein Institutsgebäude beheizt werden. »Wir betreten mit diesem Projekt Neuland«, sagte Dieter Janosch vom sächsischen Staatsbaubetrieb bei der Übergabe des Technikgebäudes in der vergangenen Woche.

Demnach lässt sich das Prinzip auch auf andere stillgelegte Bergbaugebiete übertragen, um Flutungswässer geothermisch zu nutzen. Darüber hinaus könnten mithilfe der Zwickauer Technik zukünftig auch Industrieabwärme oder Abwässer in der Landwirtschaft zum Heizen eingesetzt werden, ergänzte Projektleiter Matthias Hoffmann zum Start der Anlage. Der Professor am WHZ-Institut für Energie und Verkehr hat dafür Wärmetauscher aus chemisch widerstandsfähigem Kunststoff entwickelt, die beispielsweise auch in dem sehr salzhaltigem Grubenwasser keinen Schaden nehmen.

Damit könnte das westsächsische Pilotprojekt durchaus Schule machen, so die Einschätzung von Andreas Koch vom Forschungszentrum Jülich. Der Projektträger betreut die Forschungsarbeit im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. »Dieses Projekt demonstriert, dass wir bislang nicht genutzte Wärmequellen auf intelligente Weise anzapfen können.« Eine Anwendung der Technik wäre demnach bundesweit an mehreren Hundert Standorten denkbar, unter anderem in den ehemaligen Revieren des Ruhrgebiets und im Saarland. Dies sei ein wichtiger Schritt hin zu einer »Wärmewende«, die bislang im Zuge der deutschen Klimapolitik noch nicht genügend berücksichtigt worden sei, hieß es.

Den Angaben zufolge sind auch bei größeren Pumpmengen keine Auswirkungen auf das Grundwasser oder Senkungen zu erwarten. In Zwickau soll die gewonnene Wärme in den kommenden Jahren auch in weiteren Hochschulgebäuden genutzt werden und zukünftig sogar der Kühlung dienen. Das Pilotprojekt wurde vom Bund mit 1,87 Millionen Euro gefördert, zudem flossen weitere 4,6 Millionen Euro in den Bau der Anlage. dpa/nd

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