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Grüne: Bergbaukonzern verzögert Giftbeseitigung

Saar-Umweltminister soll Druck auf RAG Aktiengesellschaft erhöhen

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Saarbrücken. Die Saar-Grünen und der Landesverband der Bergbaubetroffenen haben den saarländischen Umweltminister Reinhold Jost (SPD) aufgefordert, in der Affäre um das in Grubenwasser festgestellte Umweltgift PCB den Druck auf die Bergbaugesellschaft RAG zu erhöhen. Es sei offenbar deutlich schneller, leichter und kostengünstiger möglich, das giftige PCB aus dem Grubenwasser zu filtern als von der CDU/SPD-Landesregierung und RAG behauptet, teilten die Grünen und der Verband am Samstag mit. Sie bezogen sich auf ein saarländisches Unternehmen, demzufolge eine Filterung von PCB aus dem Grubenwasser innerhalb der kommenden sechs Monate möglich sei.

Jost müsse deshalb die PCB-Filterung der RAG gegenüber verbindlich anordnen, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Markus Tressel. Spätestens von jetzt an seien zeitliche Zugeständnisse an die RAG nicht mehr zu rechtfertigen. Der Landesverband erklärte, die Landesregierung müsse »endlich alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, schnellstmöglich mit der RAG eine Lösung zu finden«.

Nach kürzlich veröffentlichten Messungen ist der Anteil von krebserregenden Polychlorierten Biphenylen (PCB) in den Gewässern Sinnerbach und Fischbach wegen des Grubenwassers deutlich zu hoch. Jost hatte die RAG deshalb in der vergangenen Woche im Landtag aufgefordert, bis zum Sommer Vorschläge für die Verringerung des Umweltgifts in dem aus stillgelegten Kohlegruben abgepumpten Wasser zu machen.

Die RAG versicherte, die Daten sorgfältig zu analysieren und das weitere Vorgehen gegen die PCB-Belastung mit den Behörden abzustimmen. »Die RAG plant eine Pilotanlage in Nordrhein-Westfalen in Abstimmung mit dem dortigen Umweltministerium«, sagte ein Konzernsprecher am Sonntag der dpa. »Die Sache ist aber technisch kompliziert.«

Nach Konzernangaben könnte durch den geplanten Anstieg des Grubenwassers im Saarland die Belastungen der Nebengewässer deutlich reduziert werden. Bisher gelangten jährlich rund 14 Millionen Kubikmeter Grubenwasser über die Nebenbäche Klinkenbach, Sinnerbach und Blies bei Saargemünd in die Saar. Die beantragte erste Phase des Grubenwasserkonzeptes Saar sehe vor, die Wasserprovinzen Reden und Duhamel miteinander zu verbinden. Damit steige das Wasser innerhalb von rund drei Jahren kontrolliert auf 320 Meter unter Normalnull an und fließe ohne den bisherigen Umweg über die Nebenbäche direkt am Standort Duhamel (Ensdorf) in die Saar. dpa/nd

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