Werbung

Proteste in Nicaragua halten an

Demonstranten fordern Rücktritt von Präsident Ortega / UN-Generalsekretär ruft zur Zurückhaltung auf

  • Lesedauer: 2 Min.

Managua. Die Demonstrationen in Nicaragua gehen weiter: Aus Protest gegen das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten sind am Montag erneut zehntausende Menschen in dem lateinamerikanischen Land auf die Straße gegangen. Arbeiter, Studenten, Geschäftsleute und andere Bürger trugen bei den Protesten am Montagabend in der Hauptstadt Managua Flaggen, sangen die Nationalhymne und skandierten Slogans gegen die linke Regierung von Daniel Ortega. Studenten, welche die Proteste anführten, kündigten an, so lange weiter zu demonstrieren, bis Ortega und seine Stellvertreterin und Ehefrau Rosario Murillo zurücktreten.

Lesen Sie auch: Warnschuss für Daniel Ortega – Martin Ling über die Proteste in Nicaragua gegen die »Sozialreform«

Zu dem »Marsch für den Frieden« hatten Unternehmerverbände und Studenten aufgerufen. Auch in den Städten León, Chinandega, Matagalpa, Estelí, Matiguás, Nueva Guinea, El Tule und Bluefields gingen zahlreiche Menschen auf die Straße. In einem Versuch, die Lage zu beruhigen, sagten Ortega und Murillo zu, die Festgenommenen freizulassen, um »die Basis für einen Dialog zu schaffen«.

Die Proteste hatten sich in der vergangenen Woche an einer geplanten Rentenreform entzündet, die Ortega am Sonntag jedoch zurückzog. Die Studenten kündigten daraufhin aber an, dies reiche nicht mehr aus. Sie forderten den Rücktritt Ortegas. Bei den Protesten sollen mindestens 27 Menschen zu Tode gekommen sein.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief am Montag »alle Seiten« zur Zurückhaltung auf. Die Regierung forderte er auf, »die Menschenrechte aller Bürger sicherzustellen, insbesondere das Recht auf friedliche Versammlung und Meinungsfreiheit«. AFP/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln