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Ramelow fordert neue Verhandlungen um Eisenacher Werk

Thüringer Ministerpräsident verlangt vom Opel-Mutterkonzern PSA eine Zukunftsgarantie für alle Standorte

  • Lesedauer: 3 Min.

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Erfurt. Im Streit um das Opel-Werk in Eisenach hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (LINKE) neue Verhandlungen mit dem französischen Mutterkonzern PSA Peugeot Citroën gefordert. In diesen Verhandlungen müsse PSA eine Zukunftsgarantie für alle drei Opel-Produktionsstandorte geben, verlangte Ramelow am Dienstag in der Sendung MDR Aktuell. Der Ministerpräsident beklagte sich über widersprüchliche Aussagen der Opel-Geschäftsführung.

Einerseits höre er von Opel-Chef Michael Lohscheller, dass das Werk in Eisenach nicht gefährdet sei. »Andererseits habe ich erst gestern wieder ein Gespräch mit der Unternehmensleitung gehabt, wo mir deutlich gesagt wurde, es geht um eine Mitarbeiterzahl unter 1000 und es geht um eine Produktionsauslastung unter 100.000 Stück.« In Eisenach arbeiten derzeit 1800 Menschen, das Werk sei »für den Bau von 180.000 Fahrzeugen jährlich konzipiert«, sagte Ramelow dem MDR.

Nach Angaben der IG Metall ist bisher nur die Produktion eines großen Geländewagens mit einer Jahresstückzahl von unter 100.000 Fahrzeugen für Eisenach im Gespräch. Damit hätten nur knapp 1000 der derzeit 1800 Beschäftigten eine Perspektive, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Derzeit werden in Thüringen noch die Kleinwagen Corsa und Adam gebaut.

Opel versucht derzeit unter dem Druck von PSA, seine Kosten massiv zu senken. Das Unternehmen will die Tariferhöhung von 4,3 Prozent für dieses Jahr stunden. Andernfalls soll es keine Investitionen in das Werk Eisenach geben. Betriebsräte und IG Metall fordern die Einhaltung der geltenden Verträge.

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»Die Differenzen müssen dort ausgeräumt werden«, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur vor einer Aktion zum Erhalt des Eisenacher Opel-Werks am Dienstag. An der Aktion vor dem Werkstor im Anschluss an eine Betriebsversammlung beteiligten sich Beschäftigte von deutschen Opel-Werken, Metaller sowie Thüringer Landespolitiker.

Die PSA-Gruppe hatte Opel im Sommer 2017 für 1,3 Milliarden Euro von dem US-Hersteller General Motors übernommen. Damit sind die Umsätze des französischen Konzerns deutlich gestiegen: Im ersten Quartal betrug der Zuwachs im Vorjahresvergleich 42 Prozent, wie PSA am Dienstag in Paris mitteilte. Das waren 18,2 Milliarden Euro. Der Konzern habe in den drei Monaten eine Rekordzahl von 1,05 Millionen Autos verkauft.

Zum Gewinn machte PSA keine Angaben. Im Jahr 2017 waren es unter dem Strich 1,9 Milliarden Euro gewesen und damit so viel wie nie. Opel und die britische Schwester Vauxhall machen aber weiterhin Verlust.

PSA-Chef Carlos Tavares sagte am Dienstag auf der Hauptversammlung bei Paris, das Unternehmen sei derzeit in »intensiven« Verhandlungen mit den Sozialpartnern in Deutschland. Es sei wichtig, dass das Management jetzt seine Arbeit mache. Die Diskussion werde noch »einige Wochen dauern, und, seien Sie nicht überrascht, wird noch etwas Lärm machen.« Das sei aber notwendig, um das Unternehmen wieder in die Spur zu bringen. Agenturen/nd

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