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Google steigert Gewinn um über 70 Prozent

Onlinewerbung und US-Steuerreform bescheren dem Konzern einen höchst profitablen Jahresauftakt

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Es ist ungewöhnlich, dass eine Frau die Geschäftszahlen eines multinationalen Konzerns vorlegt. Was Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat am Montagabend bekannt gab, war auch ungewöhnlich: Um über 70 Prozent ist der Gewinn des Google-Mutterkonzerns in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Damit verdiente Alphabet von Januar bis März unterm Strich 9,4 Milliarden US-Dollar (7,7 Milliarden Euro).

Im Sommer 2015 strukturierte Google-Gründer Larry Page den Konzern um und nannte den Mutterkonzern Alphabet. Doch noch immer bildet die Suchmaschine das Kerngeschäft des Unternehmens. Auf Google entfielen über 26 von insgesamt rund 31 Milliarden US-Dollar Umsatz. Google verdient sein Geld mit Werbung auf der Suchmaschine. Wer etwa nach »Urlaub in Italien« googelt, bekommt als Ergebnis ganz oben bis zu vier Anzeigen von Reiseanbietern gelistet. Wenn man eine dieser Webseiten öffnet, müssen die Anbieter für den Klick eine Provision an Google zahlen.

Zwar sank der durchschnittliche Erlös pro Klick um 19 Prozent, dafür konnte der Konzern die Zahl der Bezahlklicks um 59 Prozent steigern. Besonders das Geschäft mit Werbung auf Smartphones legte zu. Auch mit der Videoplattform Youtube konnte Google mehr Geld einnehmen. Andere Aktivitäten des Konzerns, wie der Roboterwagen-Entwickler Waymo, fielen mit 150 Millionen Dollar Umsatz kaum ins Gewicht.

Zwei weitere Gründe für den Gewinnsprung waren Veränderungen bei der Buchhaltungsmethode und die US-Steuerreform. Ersteres führte dazu, dass der Marktwert von Unternehmen, an denen Google beteiligt ist, nun fortlaufend ausgewiesen werden muss. Zudem senkte US-Präsident Donald Trump die Unternehmenssteuer in den USA zu Jahresbeginn von 35 auf 21 Prozent. Google konnte so seine effektive Steuerquote von 20 auf elf Prozent senken.

Schon seit Jahren steht der Internetriese wie andere Digitalkonzerne auch in der Kritik, massiv Steuern zu vermeiden. Im Januar berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Google deswegen im Jahr 2016 insgesamt 15,9 Milliarden Euro an eine Briefkastenfirma auf den Bermuda-Inseln transferiert hat. Die Steuerersparnis durch die Überweisung soll 3,7 Milliarden Dollar betragen haben.

In der EU zahlen Onlineunternehmen im Schnitt sogar nur 9,5 Prozent Steuern, bei herkömmliche Unternehmen sind es 23,2 Prozent. Deshalb hat Brüssel im März eine EU-Digitalsteuer ins Gespräch gebracht. »Es ist höchste Zeit, dass sich die EU-Kommission den Steuertricks von Google, Facebook und Co. widmet«, sagte damals der Vizevorsitzende der LINKE-Bundestagfraktion, Fabio De Masi. Jedoch werde eine ambitionierte Lösung am Veto der EU-Steueroasen scheitern.

Rosa - Dietz-Verlag

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