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Kritische Vorsitzende

Sevim Dagdelen ist die neue Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe

  • Von Fabian Lambeck
  • Lesedauer: 2 Min.

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Diese Personalie hat es in sich: Die Vize-Fraktionschefin der LINKEN im Bundestag, Sevim Dagdelen, ist nun Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe. Die Linksfraktion, der das Amt nach interfraktioneller Absprache zusteht, stimmte am Dienstag geschlossen für die 42-Jährige. Damit ist eine der schärfsten deutschen Kritikerinnen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nun zuständig für die bilateralen Kontakte zum Parlament in Ankara. Die Reaktionen aus der Türkei folgten prompt. Der Abgeordnete der Regierungspartei AKP, Mustafa Yeneroglu, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, nannte Dagdelen am Dienstag »eine allseits bekannte Aktivistin der Terrororganisation PKK«. Die neue Vorsitzende der Parlamentariergruppe könne sich die Reise in die Türkei sparen, so Yeneroglu.

Dabei reist die in Duisburg geborene Tochter türkisch-kurdischer Eltern seit dem fehlgeschlagenen Putschversuch im Sommer 2016 ohnehin nicht mehr an den Bosporus. Zu gefährlich, meint selbst das Bundeskriminalamt. Doch auch in Deutschland fühlt sie sich nicht mehr sicher. Reicht der lange Arm Erdogans doch bis in den Ruhrpott. In der Türkei gilt sie als Staatsfeindin, ihr Foto erschien auf Steckbriefen in türkischen Zeitungen und immer wieder erhält sie Drohungen. Bereits 2016 erklärte sie, dass sie sich genau überlege, wohin sie mit ihren zwei kleinen Kindern gehe.

Die Politikerin stammt aus einfachsten Verhältnissen. Der Vater malochte beim Stahlkocher Thyssen-Krupp, die Mutter war Hausfrau und Analphabetin. Früh in der Jugendorganisation der linken Föderation Demokratischer Arbeitervereine engagiert, kam sie später zur Linkspartei und sitzt seit 2005 im Deutschen Bundestag. Sie ist Mitglied Antikapitalistischen Linke, gilt als enge Vertraute von Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und ist Fraktionssprecherin für Abrüstungspolitik. Verbale Abrüstung ist ihre Sache aber nicht. Mit Blick auf ihre neues Amt sagt Dagdelen: »Dinge schönzureden, nutzt niemandem.«

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