Was tun? Wer tut es?

Ein Brief besorgter Sozialisten an den Herrn Doktor aus Trier

  • Von Judith Dellheim, Lutz Brangsch, Michael Brie und Dieter Klein
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

15. April 2018, Berlin

Verehrter Dr. Marx,

bei jeder großen Krise der globalisierten kapitalistischen Produktionsweise wird ihr »Kapital« zitiert. Wie niemand sonst haben Sie die schöpferische Dynamik und krisenhafte Expansion der kapitalistischen Produktionsweise auf den Begriff gebracht. Sie haben uns den kategorischen Imperativ hinterlassen, alle Verhältnisse umzuwälzen, in denen Menschen geknechtet, ausgebeutet und entwürdigt werden. Ihre große Hoffnung aber, dass sich mit den Krisen gleichzeitig die linken Kräfte ihrer Lösung formieren, hat sich auch nach 150 Jahren nicht bestätigt. Immer noch ist es vor allem die Bourgeoisie, die die Welt verändert.

Dieses Weiter-so ist die Katastrophe. Ihre Vorhersage, dass die kämpfenden Parteien gemeinsam untergehen und mit ihnen die Menschheit in Barbarei versinkt, wenn kein emanzipatorischer Ausweg gefunden wird, droht wie schon im 20. Jahrhundert wieder Wirklichkeit zu werden...


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