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  • Politik
  • Politische Gewalt in Brasilien

Anschlag auf Anhänger von Ex-Präsident Lula

Zwei Aktivisten durch Schüsse verletzt / Gewalt gegen Linke nimmt zu

  • Lesedauer: 2 Min.

Rio de Janeiro. Bei einem Angriff mit einer Schusswaffe auf Unterstützer des inhaftierten Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva wurden zwei Menschen verletzt. Eine Person wurde von einer Kugel im Nacken getroffen und liegt schwer verletzt im Krankenhaus, wie die Zeitung »O Globo« in ihrer Internetausgabe berichtete. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie sich ein Unbekannter am Samstag (Ortszeit) dem Camp in der südbrasilianischen Stadt Curitiba nähert und mehrere Schüsse auf die Aktivisten abfeuerte.

Der nach wie vor sehr populäre Lula da Silva sitzt seit Anfang April im Gefängnis. Er wurde inhaftiert, nachdem er in zweiter Instanz wegen Korruption verurteilt wurde und das Oberste Gericht einen Antrag auf Haftverschonung mit knapper Mehrheit ablehnte. Anhänger des 72-Jährigen errichteten daraufhin ein Protestcamp in der Nähe der Haftanstalt. Sie fordern die Entlassung des linksgerichteten Politikers, der in Meinungsumfragen für die Präsidentschaftswahl im Oktober mit großem Abstand in Führung liegt. Nach Meinung seiner Arbeiterpartei PT ist die Verurteilung nicht gerechtfertigt, sondern Teil einer politischen Kampagne, Lula zu kriminalisieren und seine Kandidatur zu verhindern.

Die Präsidentin der PT, Gleisi Hoffmann, sprach von einem Attentat und forderte rigorose Aufklärung. Die Aktivisten des Solidaritätscamps kritisierten in einer Erklärung die Untätigkeit der Behörden und betonten, dass die Campbewohner schon seit Wochen Anfeindungen aus der Nachbarschaft ausgesetzt sind. Auf Betreiben der Behörden ist das Protestcamp bereits einmal umgezogen. Die Stadtregierung plädierte nach dem Anschlag für eine Verlegung Lulas aus Sicherheitsgründen.

In Brasilien nimmt politische Gewalt gegen linke Aktivisten seit Monaten zu. Im März beschossen Unbekannte eine Fahrzeugkolonne von Lula da Silva, als er kurz vor seiner Verhaftung den Süden Brasiliens besuchte. Die Schüsse trafen einen Bus, in dem mitreisende Journalisten saßen. Verletzt wurde niemand. Kurz zuvor wurde in Rio de Janeiro die Stadtverordnete und Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco auf offener Straße ermordet. Bisher gibt es keine konkreten Hinweise auf die Täter. Sicherheitsminister Raul Jungmann verdächtigt paramilitärische Milizen, die Teil des organisierten Kriminalität sind und denen enge Verbindungen zu Teilen der Polizei nachgesagt werden. epd/nd

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