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Ein bisschen mehr Energie

Im Finale um die Volleyballmeisterschaft zweiter Sieg für Berlin gegen Friedrichshafen

  • Von Oliver Kern
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Kampf um die deutsche Volleyballmeisterschaft der Männer wird immer mehr zur überraschenden Umkehr der Machtverhältnisse. In der regulären Spielzeit hatte der VfB Friedrichshafen nicht eine einzige Partie verloren, gegen den aktuellen Finalgegner Berlin Volleys wettbewerbsübergreifend sogar alle fünf Spiele gewonnen. Doch nach den ersten zwei Duellen in der Endspielserie steht es plötzlich 2:0 für Berlin. Der Hauptstadtklub braucht nach dem 3:1 in eigener Halle nur noch einen Sieg, um seinen Titel nun doch zu verteidigen.

Friedrichshafens Trainer Vital Heynen hatte schon während der überraschenden Heimpleite seinen Spielern immer wieder zugebrüllt, sie sollten doch bitte wieder ihren eigenen Stil spielen. Doch es brauchte offenbar ein paar Trainingstage, bis die zuvor ungeschlagene Mannschaft verstanden hatte, dass es wenig sinnvoll ist, mit den im Schnitt um einiges größer gewachsenen Berlinern ein Duell anzustreben, in dem es darum geht, wer den Ball härter auf den Boden knallen kann.

Also besannen sich vor allem der kleine Außenangreifer Athanasios Protopsaltis und Diagonalspieler Bartomiej Boladz wieder darauf, lieber Berlins Block anzuschlagen, so dass die Abpraller von dort unerreichbar ins Aus flogen. Dazu ein paar clever in die Lücken der Abwehr gelegte Bälle, und schon können körperlich unterlegene Spieler im Volleyball plötzlich sehr gut aussehen.

Dazu hatte der VfB den Hauptangreifer Berlins, Paul Carroll, in Abwehr und Block erneut gut im Griff. Einen ersten Lauf der Volleys vom 8:6 zum 8:9 konterte Friedrichshafen seinerseits zum 13:9. Den Vorsprung gaben die Gäste danach nicht mehr her und gewannen mit 25:19.

Nicht nur seine Mannschaft, auch Heynen selbst hatte dazugelernt. Der ehemalige Bundestrainer ließ seine Truppe nicht mehr stur auf Berlins zu Saisonbeginn in der Annahme sehr wackeligen, seitdem aber stabileren Adam White aufschlagen. Vielmehr suchten sie Ex-Nationalspieler Robert Kromm, der kaum einen Aufschlag sicher zu seinem Zuspieler returnieren konnte und folglich früh von Steven Marshall ersetzt werden musste. Somit war dann allerdings auch der letzte verbliebene deutsche Spieler im Team der Volleys aus dem Spiel genommen.

Dass auch Berlins Trainer Stelian Moculescu weiß, was er tut, zeigte sich so richtig aber erst durch die zweite Auswechslung. Wie schon in Friedrichshafen drei Tage zuvor nahm er Publikumsliebling Carroll Mitte des ersten Satzes auf die Bank und dafür Kyle Russell ins Spiel. Der US-Amerikaner sorgte nicht für die meisten Punkte, doch er brachte viel mehr Energie ins Spiel seiner Mannschaft. Spätestens beim Stand von 6:3 in Satz zwei waren dann auch die 7552 Zuschauer voll in der Partie angekommen und peitschten die Berliner zum 29:27 und dem damit verbundenen Satzausgleich beim 1:1.

Satz drei blieb dann ebenso ausgeglichen wie der vorherige. Im hochklassigen Duell der beiden besten deutschen Mannschaften entscheiden nur noch kleine Dinge über Sieg oder Niederlage. Und wie schon so oft in dieser Serie - und so selten in den vorherigen Duellen der Saison - hatte Berlin am Ende das bessere Ende mit 25:20 für sich.

Friedrichshafen kam in Satz vier (25:17) zwar noch mal zurück, doch der Tiebreak ging dann mit 15:11 wieder an die Volleys, die in der Best-of-five-Serie nun mit 2:0 führen. Friedrichshafen steht jetzt schon mit Rücken zur Wand und muss am Mittwoch in heimischer Arena unbedingt gewinnen, um die Möglichkeit zu erhalten, eine zuvor so grandiose Saison doch noch krönen zu können.

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