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Journalisten in Thüringen von Nazis überfallen

Journalisten hatten das Haus von NPD-Chef Thorsten Heise fotografiert / Polizei führt Hausdurchsuchung durch

  • Lesedauer: 2 Min.

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Nordhausen. In Thüringen sind zwei Journalisten von mutmaßlichen Nazis angegriffen und beraubt worden. Auslöser seien offenbar Foto- und Filmaufnahmen vom Grundstück des Thüringer NPD-Chefs Thorsten Heise im Eichsfeld gewesen, wie die Polizei in Nordhausen am Montag mitteilte. Später seien die beiden Reporter auf einer Landstraße bei Hohengandern in ihrem Auto von zwei maskierten Männern überfallen worden.

Die Angreifer raubten ihnen den Angaben zufolge die Fotoausrüstung, bevor sie im Auto flüchteten. Der Wagen der Opfer wurde demnach zerstört, die beiden Männer wurden leicht verletzt. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um zwei 24-Jährige aus dem Eichsfeld, die der rechten Szene zugerechnet werden.

Noch am Sonntag durchsuchte die Polizei das Grundstück des NPD-Chefs nach möglichen Beweismitteln. Der Staatsschutz übernahm die weiteren Ermittlungen.

Die beiden Fotografen erstatteten unterdessen Strafanzeige wegen Verdachts des schweren Raubes und eines versuchten Tötungsdelikts, wie der Göttinger Anwalt Sven Adam mitteilte. Der Pressefotograf und sein Begleiter aus Göttingen befanden sich demnach zu Recherchezwecken im Eichsfeld, als sie von Personen des rechten Spektrums entdeckt worden seien. Dem Anwalt zufolge kam es zu einer Verfolgungsjagd.

Nachdem das Fahrzeug der Journalisten in einem Graben zum Stehen kam, seien diese mit einem Baseballschläger, einem Messer, einem etwa 40 Zentimeter großen Schraubenschlüssel und Pfefferspray angegriffen worden. Einer der Angegriffenen habe unter anderem eine Stichverletzung im Oberschenkel erlitten, sein Begleiter eine Kopfplatzwunde. Am Auto seien die Scheiben zerstört und die Reifen zerstochen worden.

Bei den Angreifern soll es sich unter anderem um einen NPD-Funktionär im niedersächsischen Landesvorstand handeln, der sich auch an dem Überfall von Neonazis in Leipzig Connewitz im Januar 2016 beteiligt habe. Auch der Versammlungsleiter eines für den 1. Mai in Erfurt angemeldeten NPD-Aufmarsches habe bei den Übergriffen mitgemacht.

Vor einer Verharmlosung der NPD warnte derweil die Thüringer Bundestagsabgeordnete Martina Renner (LINKE). Die im Karlsruher Verbotsverfahren von den Richtern als verfassungsfeindlich aber bedeutungslos bezeichnete Partei baue ihre Strukturen als Sammelbecken für Straf- und Gewalttäter weiter aus, sagte Renner am Montag in Erfurt. Das belegten auch die gewalttätigen Übergriffe im nordthüringischen Eichsfeld.

»Die NPD als bedeutungslos zu bezeichnen, verharmlost die militanten Strukturen in der Partei, die ein bedrohliches Gewaltpotenzial in sich tragen«, warnte Renner. Die Abgeordnete forderte vor diesen Hintergrund die Erfurter Behörden dazu auf, den Neonazi-Aufmarsch am Tag der Arbeit und seine Teilnehmer »sehr genau unter die Lupe zu nehmen«. Agenturen/nd

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