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Star Wars gewürfelt

Timo Raabe kämpft um den WM-Titel in X-Wing

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Ob Sie Star-Wars-Fan sind, dürfte eine rhetorische Frage sein.

Mit den Filmen um Luke Skywalker und Darth Vader bin ich aufgewachsen. Deswegen freue ich mich natürlich auf Ende Mai, wenn die nächste Auskoppelung der Saga in die Lichtspielhäuser kommt. Schließlich geht es darin um die Jugend von Han Solo, der ja später zu einem Führer der Rebellen gegen das übermächtige galaktische Imperium aufsteigen soll.

Eines der Schlüsselereignisse des modernen Weltallmärchens ist die epische Schlacht um Yavin. Spielen Sie solche Star-Wars-Episoden mit Ihrem X-Wing-Set auch mal nach?

Manche Leute machen sich tatsächlich die Mühe, den berüchtigten Todesstern im entsprechend verkleinerten Maßstab zu modellieren und anschließend mit Mini-Fliegern virtuell wieder zu vernichten. Ich selber bin allerdings Turniersportler, und mit dem Wettkampfcharakter von X-Wing haben derartige Liebhaberprojekte nichts zu tun.

Der Spielplan hier, an dem Sie sich auf Wettkämpfe vorbereiten, ist offenbar eine Vinyl-Matte.

Ja, aber im Prinzip ist das egal. Sofern die Seitenbegrenzungen 90 bis 92 Zentimeter aufweisen, das ist Turniernorm, können Matches auch auf dem Küchentisch ausgetragen werden. Denn X-Wing gehört ja zur Sparte Tabletop.

Malen Sie dafür Modell-Figuren und -Geräte auch so akribisch an, bevor es losgeht?

Früher schon. Doch weil ich ein langsamer Pinseler bin, blieben die meisten meiner Armeen ohne Kolorierung. Deswegen liegt X-Wing auf meiner Linie, da bei diesem Spiel die Raumschiffe, aus denen sich die Modell-Flotten zusammensetzen, bereits fertig bemalt geliefert werden.

Warum opfern eigentlich Tabletopper viel Zeit, um jede einzelne ihrer Miniaturen farblich perfekt abzurunden?

Das entspanne sie total, höre ich immer wieder. Manche werkeln abends nach der Arbeit gemütlich, statt sich vom Fernseher bestrahlen zu lassen. Und einige toben sich da künstlerisch so aus, dass dir oft die Kinnladen runterfallen.

Da Sie selbst aber nicht unbedingt auf die Pinselei versessen sind: Was begeistert Sie an Tabletop?

Generell mag ich Strategiespiele, in jeder Form, probiere mich darin auch am Rechner aus. Und X-Wing hat einen speziellen Reiz: Sie können Ihre Gegner gleich zum Auftakt einer Partie mit Manövern, die sie selbst heimlich vorbereitet haben, unangenehm überraschen. Das ähnelt dem Poker. Sie brauchen auch Menschenkenntnis, um aus dem Verhalten der übrigen Kandidaten die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Computer bringen die Szenarien Ihrer Handarbeits-Miniaturen doch eigentlich viel überzeugender rüber. Werden E-Games das Tabletop-Spiel irgendwann verdrängen?

Die beiden Generes unterscheiden sich so deutlich, dass beide sicher auch künftig nebeneinander existieren. Kein E-Game kann das authentische Spielgefühl simulieren, das dich gefangen nimmt, sobald du mit Freunden am Tisch sitzt. Außerdem ist es einfach schön, eine physisch reale Figur in der Hand zu halten und über eine Fläche zu schieben.

Wie läuft ein Match in X-Wing ab?

Zunächst stelle ich eine Flotte zusammen. In der Partie messen sich wendige, aber leichte Raumflieger wie X-Wing Starfighter der Rebellen oder imperiale Tie-Jäger. Obendrein können auch noch Megaschiffe, Paradebeispiel ist der Millennium Falcon, empfindliche Schläge austeilen. Den Einheiten wird abhängig von Größe und Ausstattung eine bestimmte Punktzahl zugeordnet. Im Wettkampf gilt ein Limit von 100 Punkten. Nach dieser Vorgabe wählen alle ihre individuelle Armada aus. Zu Hause habe ich an die hundert verschiedene Modelle, zu Turnieren reise ich jedoch mit nur zwei bis acht Maschinen an.

Okay, so weit zur Vorbereitung. Aber wie »schlagen« Sie, um mal einen Schachbegriff zu benutzen, die »Figuren« der Gegner?

Zu jeder Einheit gehört ein Manöverrad, das die möglichen Bewegungen vorgibt. Die werden an jenem Teil eingestellt und dann mithilfe einer Schablone ausgeführt. Und über den letztlichen Ausgang von Gefechten entscheiden Angriffs- und Verteidigungswürfel. Die bestimmen, welcher Spacefighter wie beschädigt ist oder völlig ausfällt.

Etwas viel Zufall für ein Strategiespiel, oder?

Durch eine optimale Aufstellung meiner Flotte kann ich den Zufallsfaktor relativieren. Vom Würfel bin ich nicht allein abhängig. Und obendrein hat der mich gelegentlich schon gerettet. Doch insgesamt relativiert sich der Zufall wohl. So finden sich in den oberen Rängen der Turniere regelmäßig dieselben Personen, von denen bekannt ist, dass sie ständig alle Preise abräumen. Auf lange Sicht ist X-Wing im Ergebnis inklusive Zufall also recht ausbalanciert.

Was sagen Ihre Kollegen in der IT-Branche eigentlich zu Ihrem sehr analogen Hobby?

Die einen finden das originell, die anderen belächeln das ein wenig, na und?! Ich habe zudem dank X-Wing tolle Menschen kennengelernt und einen internationalen Freundeskreis aufbauen können.

Sie sind nationaler X-Wing-Meister. Waren Sie international auch schon erfolgreich?

Ja, beispielsweise habe ich im Vorjahr die Belgische Meisterschaft in Gent gewonnen.

Welche Chancen rechnen Sie sich jetzt für die WM in Minneapolis aus?

In den USA sind hochklassige Spieler unterwegs. Hätte mir aber vor zwei Jahren jemand gesagt, dass ich mit X-Wing zu einer WM fliege, hätte ich garantiert den Vogel gezeigt (lacht).

Infos zum X-Wing-Spielen: www.ludo-liubice.de, www.asmodee.de

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