Werbung

Das Ende naht, kehret um!

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Was den Protestantismus in seiner puritanischen Prägung so unerträglich macht, ist nicht nur seine Lustfeindlichkeit - die ist zu ertragen, wenn sie sich denn auf die eigene Gemeinschaft beschränkt. Nein, was ihn unerträglich macht, ist sein allgegenwärtiger Anspruch, jeden und jede belehren zu müssen, welche Lebensweise die richtige, welche die falsche ist. Der Mensch ist schlecht, verdorben, zum Untergang verdammt - es sei denn, er unterwirft sich der puristischen Moral. Deren Fetisch ist die Askese und eine Selbstdisziplin, die mehr Selbstverleugnung denn Ethos ist.

Dabei wirkt der Puritanismus heute auch ohne Gottes- und Glaubensbezug. Er hat in Form der moralinsauren Beschwörer des permanenten schlechten ökologischen Gewissens längst säkulare Formen angenommen; die puritanische Propaganda lugt hinter jedem ihrer politischen Argumente hervor. Am Mittwoch war wieder das Hochamt für die Freunde der Apokalypse: Am sogenannten Weltüberlastungstag habe Deutschland, so wurde gewarnt, »die natürlichen Ressourcen, die uns pro Jahr für ein nachhaltiges Leben zustehen, aufgebraucht«. Seit dem 3. Mai leben wir alle »für den Rest des Jahres auf Kosten kommender Generationen« und der Menschen auf der Südhalbkugel, mahnten Umweltorganisationen. Retten könne uns nur noch eine »radikale Umkehr«.

Besser hätten es die geistigen Väter des Puritanismus im 18. und 19. Jahrhundert auch nicht formulieren können. Ohne die Möglichkeit der Vergebung der Sünden, das vergessen die puritanischen Misanthropen, gibt es jedoch auch keine Chance zur Umkehr. Wer den Menschen dauerhaft ein schlechtes Gewissen predigt, braucht sich nicht zu wundern, dass die Sünder taub werden. jam Foto: Unsplash/jean wimmerlin

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen