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Isolation in Ingolstadt

In Oberbayern wächst der Protest gegen ein großes Asyllager nur spärlich

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 2 Min.

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Im Gegensatz zur fränkischen Stadt Bamberg haben sich Ingolstadt und das angrenzende Manching bislang nicht gegen die in die Kritik geratenen Massenunterkünfte für Flüchtlinge ausgesprochen. Dabei steht dort das größte bayerische Asyllager. »Die Situation in Ingolstadt ist nicht mit der in Bamberg zu vergleichen«, erklärt die oberbayerische Grünen-Vorsitzende Agnes Krumwiede. Die Stadt sei eine AfD-Hochburg. »Bei der Bundestagswahl erreichte die AfD 15 Prozent. Die CSU sagt, die Menschen hätten Vorbehalte gegenüber Fremden und würden deshalb die Rechten wählen«, so Krumwiede gegenüber »nd«.

Seit drei Jahren gibt es in Ingolstadt ein Zentrum für 2000 Geflüchtete, bestehend aus vier Dependenzen - einer alten Kaserne in Manching sowie drei Containerlagern in Ingolstadt. Anfangs hieß die Asylunterkunft noch Ankunfts- und Rückführungseinrichtung. Vor allem Menschen aus dem Balkan wurden dort untergebracht, nachdem ihre Länder als sichere Herkunftsstaaten eingestuft wurden. Im März 2017 hat die bayerische Staatsregierung das Konzept ausgeweitet. Was der SPD in der Großen Koalition auf Bundesebene nicht abzuringen war, wurde in Übereinstimmung mit dem Bundesinnenministerium in Bayern schon mal exerziert. Seitdem heißt das Lager Transitzentrum und beherbergt auch Geflüchtete aus Ländern, deren Aussicht auf ein Bleiberecht bei unter 50 Prozent liegt - darunter Geflüchtete aus afrikanischen Staaten, aus Aserbaidschan und Afghanistan.

Krumwiede setzt sich seit Anbeginn für eine Schließung des Zentrums ein, weil sie es für menschenunwürdig hält. Asylbewerber bekämen dort keine Beratung, ehrenamtliche Helfer würden abgewimmelt. »Eine Isolation ist geradezu gewollt«, meint sie, und vermutet dahinter die Absicht, den Einheimischen die Angst vor Überfremdung nehmen zu wollen. Proteste fanden gegen das Transitzentrum statt. Krumwiede und die Grünen organisierten sie zusammen mit dem bayerischen Flüchtlingsrat und der Linkspartei. Die Resonanz war jedoch nur spärlich. »Wir haben nie mehr als 200 Leute zusammenbekommen.« Doch seit die Pläne über die bundesweiten Ankerzentren kursieren, formiert sich auch in Oberbayern größerer Protest. Dort hat sich jetzt das »Bündnis lagerfreies Bayern« gebildet - Amnesty International und die Flüchtlingsorganisation Karawane sind beteiligt. Für den 15. Mai ist eine Demonstration vor der Max-Immelmann-Kaserne in Manching geplant.

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