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Zurück in der Realität

Deutsches Eishockeyteam muss WM-Aus befürchten

  • Von Kristina Puck, Herning
  • Lesedauer: 3 Min.

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Olympiasilber war einmalig. Nur zehn Wochen nach dem dramatischen Finale von Pyeongchang ist das deutsche Eishockey zurück in der Realität und muss bei der Weltmeisterschaft in Dänemark nach dem 0:3 am Montagabend gegen die USA gar den Absturz in die Zweitklassigkeit fürchten. Gegen den Außenseiter Südkorea benötigt die Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm am Mittwoch dringend Punkte, um die Abstiegsgefahr zu vermeiden. Nur mit einem Sieg wird auch die theoretische Chance auf das WM-Viertelfinale gewahrt. »Wir wussten, dass die WM eine große Herausforderung wird«, sagte der 39-jährige.

Der Umbruch im Nationalteam ist schwieriger als gedacht, das hat aber auch nachvollziehbare Gründe. Insgesamt 17 Ausfälle durch Rücktritte, Absagen und Verletzungen musste Sturm verdauen. Dass die Meisterentscheidung in der Deutschen Eishockey Liga für München erst im siebten Finale gegen Berlin fiel, machte die Zusammenstellung des Kaders und die Vorbereitung noch komplizierter. »Es ist in letzter Zeit vieles zusammengekommen. Es war auch nicht alles so geplant, wie wir aufgestellt sind«, sagte Sturm. Verbandschef Franz Reindl nannte auch »Erschöpfungszustände« als Grund für die Absagen.

Schnell hatte Sturm nach dem größten Erfolg der deutschen Eishockeygeschichte vor zu hohen Erwartungen gewarnt und auch an die Vergangenheit erinnert: 1976 nach Olympiabronze war die Bundesrepublik Deutschland fast in die B-Gruppe abgestiegen. Das Wunder von Pyeongchang war mit gleich elf Spielern über 30 Jahren gelungen. In Dänemark versucht nun ein Team mit 13 Spielern, die 25 Jahre oder jünger sind, an die Erfolge anzuknüpfen. Acht WM-Debütanten hat Sturm eingesetzt, er plant auch für die Zukunft. Das Leistungsgefälle ist groß, manch ein Spieler stößt an Grenzen.

Deutlich sprach Sturm nach nun drei Niederlagen in drei Spielen die hohe Fehlerquote, die schwache Passqualität und die Schwächen in Unter- und Überzahl an. »Es ist natürlich für Marco auch nicht leicht, durch die vielen Absagen die Chemie in den Reihen zu finden«, erläuterte Olympiateilnehmer Patrick Hager. Hätte Deutschland gegen Dänemark und Norwegen im Penaltyschießen das glücklichere Ende für sich gehabt und vier statt zwei Punkte, würde das aber wohl nicht so sehr im Fokus stehen.

Grundsätzlich beklagt Sturm den mangelnden Nachwuchs. »Wir haben in der Breite nicht die Qualität wie manch andere Nationen«, sagte der deutsche NHL-Rekordprofi. Auf den erfahrenen Torhüter Dennis Endras, WM-Held von 2010, verzichtete er dagegen freiwillig. Sturm hatte gehofft, mit Philipp Grubauer einen neuen Sieggaranten in den eigenen Reihen zu haben. Der NHL-Goalie kommt nach dem Einzug mit Washington ins Playoff-Halbfinale jetzt aber auch nicht mehr für eine Nachnominierung infrage.

Nach unsicheren Auftritten von Timo Pielmeier ruhen die Hoffnungen auf Niklas Treutle, der beim 0:3 gegen die USA sein WM-Debüt gab und herausragte. Der Nürnberger Torhüter soll nun auch gegen Südkorea ein Rückhalt sein: »Das ist ein Spiel, das wir gewinnen müssen. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft auch im nächsten Spiel positiv reagiert«, sagte Sturm. dpa/nd

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