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Ausblick mit Geschichte

Das Flughafengebäude Tempelhof soll als Ausstellungsfläche begehbar werden

  • Von Christian Meyer
  • Lesedauer: 3 Min.

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Jutta Heim-Wenzler stellt das Konzept für die Geschichtsgalerie auf dem Dach des ehemaligen Flughafens Tempelhof vor.
Jutta Heim-Wenzler stellt das Konzept für die Geschichtsgalerie auf dem Dach des ehemaligen Flughafens Tempelhof vor.

»Das Gebäude spiegelt die neuere Geschichte Berlins und auch Deutschlands wider, von der Nazizeit bis zur Flüchtlingskrise«, so Jutta Heim-Wenzler, Geschäftsführerin der landeseigenen Tempelhof Projekt GmbH. Der Gesellschaft gehe es darum, das Flughafengebäude wieder zu öffnen. Das Interesse daran sei sehr groß, schon am Tag der offenen Tür im vergangenen Herbst sei das deutlich geworden.

Künftig soll auf dem Dach eine öffentliche Besucherpromenade entstehen, die eine »Geschichtsgalerie« beherbergt. Der 1200 Meter lange Laubengang auf der Rückseite des Gebäudes soll dabei die Hauptattraktion werden. Heim-Wenzler sagt »es braucht Kraft und Größe« im Tempelhofer Flughafen etwas umzusetzen. »Egal, was man hier macht, es verschwindet«, so Heim-Wetzler weiter angesichts der schieren Dimension des Gebäudes.

Am Dienstag stellten die Senatsstadtentwicklungsverwaltung die landeseigene Tempelhof Projekt Entwürfe für die architektonische Umsetzung vor. Seit Januar lief ein nichtoffener europaweiter Wettbewerb dazu. Die Jury votierte für einen Entwurf von »Staab Architekten« aus Berlin und vergab den zweiten Preis an »Guillermo Vásquez Consuegra« aus Sevilla. Dennoch sei noch nicht entschieden, welcher Entwurf umgesetzt wird, denn es gehe »nicht nur um gestalterische Qualitäten«, so Manfred Kühne, bei der Stadtentwicklungsverwaltung zuständig für Städtebau und Projekte. So seien technische Fragen zu berücksichtigen, so Kühne weiter. Beispielsweise sei das Dach des Gebäudes zwar schon beim Bau als begehbar gedacht gewesen, doch trage es nicht, erklärt Heim-Wetzler. Eine größere Dachnutzung sei zudem sehr teuer, ergänzt Kühne. Ab Mittwoch beginne mit beiden Architekturbüros ein Verhandlungsverfahren, was konkret umgesetzt werden könne.

Neben dem langen, überdachten Gang, der einen freien Blick über das Tempelhofer Feld gewährt, sollen vor allem die großen Treppenhäuser als Ausstellungsflächen dienen. Im erstplatzierten Entwurf ist zudem eine 1200 Quadratmeter große Dachterrasse vorgesehen. Man könne sich dort ein Restaurant vorstellen, so die Geschäftsführerin. »Das wäre doch der Traum für Berlin«, wird Heim-Wetzler enthusiastisch.

Die historische Ausstellung soll vor allem die Aussicht über das Gelände kommentieren. Dabei sollen mit Videobrillen verschiedene Geschichtsabschnitte des Geländes beleuchtet werden: Der Flughafenbetrieb in den 1920er Jahren, der Bau und Betrieb des Monumentalgebäudes im Nationalsozialismus oder die Rolle des Flughafens im Kalten Krieg.

Für den gesamten Gebäudekomplex kann sich der Senat eine Mischung aus dauerhaften und temporären Nutzungen vorstellen, so Kühne. Wichtig sei dabei, »das Besondere dieses Ortes« beizubehalten und »erlebbar zu machen«, so Kühne weiter. Ein Teil des Gebäudes wird noch bis Ende 2019 als sogenanntes Ankunftszentrum für Geflüchtete genutzt, der Rest stehe derzeit leer. In Hangar 7 soll beispielsweise das Alliiertenmuseum ziehen.

Der Bau der Geschichtsgalerie soll 2019 beginnen. Dafür sind 17,6 Millionen Euro veranschlagt. Voraussetzung für alles weitere sei aber die Gesamtinstandsetzung des Gebäudes, die »ohne nutzungsspezifischen Ausbau« etwa 300 Millionen Euro kosten wird, so Geschäftsführerin Heim-Wetzler.

Seit Dienstag sind Entwürfe in einer Ausstellung zu besichtigen. Am 15. Mai findet zudem eine Bürgerversammlung mit den Architekten statt.

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