• Politik
  • Wilde Katzen in Dubrovnik

Madame Miau

Kroatin versorgt in der Hafenstadt Dubrovnik wilde Katzen

  • Von Elke Windisch, Dubrovnik
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»Genug! Du bist wirklich unverschämt.« Die rostbraun getigerte Katze sieht das anders. Tief steckt sie den Kopf in den Eimer. Als Ljubica Kežić ihn zurückziehen will, hat sie blutende Kratzspuren auf dem rechten Unterarm. Klaglos stellt sie den Eimer in den Kofferraum ihres Wagens. Die Heckklappe bleibt oben. denn die Fahrt auf der vor Jahrzehnten aufgegebenen Straße oberhalb von Dubrovnik dauert keine 50 Meter. Auf der Mauer, hinter der die nackten Felsen steil zum Meer abfallen, dösen weitere 20 Katzen. »Meine Kunden«, sagt Kežić. Die meisten Kunden muss die 50-Jährige zu Fuß beliefern. Die Straße wird immer schlechter und immer steiler: Tiefe Löcher und armbreite Risse im Beton, auf dem man in der Mittagsglut mühelos Fleisch garen könnte. Die immergrüne Macchia überwuchert die rostigen, verbogenen Leitplanken, die inzwischen die Mauer abgelöst haben. Kein Laut ist zu hören. kein Luftzug geht. Nicht mal ein Blatt regt sich. Sogar das...

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